Geschäftsidee finden

Wer eine Geschäftsidee finden will, beginnt oft mit einer Mischung aus losen Gedanken, einer guten Portion Fantasie und dem Wunsch einfach sein eigenes Ding zu machen – das eigene Business aufzubauen.

Um von diesem anfänglichen Herumspinnen zu einer brauchbaren Geschäftsidee zu kommen, braucht es im nächsten Schritt allerdings etwas System. Ein System, um Geschäftsideen zu finden, die eine realistische Chance auf Erfolg haben.

Gibt es also Methoden, um profitable Geschäftsideen zu finden, die im Idealfall zu Dir als Person passen?

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ja, diese Methoden und Ansätze gibt es. Und es sind nicht unbedingt wenige. In meinem Ebook „Der Geschäftsmodell-Fahrplan“ nehmen diese Ansätze zum Finden einer Geschäftsidee einen maßgeblichen Teil ein. Und im Folgenden will ich einen Überblick dieser Tipps zum erfolgreichen Finden von Geschäftsideen schaffen:

Geschäftsideen finden per Nischen-Ansatz

Wie aus dem Namen schon hervorgeht, bezieht sich der Nischen-Ansatz auf eine bestimmte Art von Geschäftsmodell: Die Nischenseite. Wenn es aber erstmal um die reine Phase der Findung von Geschäftsideen geht, kannst du dir aus dieser Methode doch einiges Nützliches herauspicken.

Nischenseiten-Challenge bei SelbständigImNetz

Die Herangehensweise ist übrigens nicht auf meinem eigenen Mist gewachsen. Sie ist mir in Peer Wandigers Blog SelbständigImNetz aufgefallen. Peer lieferte sich dort nämlich mit dem Blogger Sebastian Czypionka einen 13-wöchigen Fight um den Aufbau der besseren Nischenseite.

Die „Nischenseiten Challenge“ nannten die beiden ihren Wettkampf, dem sich auch diverse weitere Blogs angeschlossen hatten.

Wie lässt sich nun mit dem Nischenseiten-Ansatz eine profitable Geschäftsidee finden?

Im Verlauf des Wettbewerbs ging es viel um SEO, Erstellung von WordPress-Websites und Content-Strategien sowie andere recht spezielle Themen. Für Dein Business werden all diese Themen relevant werden, doch jetzt in der reinen Ideen-Phase kannst Du Deinen Fokus auf die Startphase der Challenge legen. Schließlich schlagen sich die beiden Nischenseiten-Kämpfer hier systematisch mit der Frage herum, welche Marktnische man angehen möchte.

Themen zur Geschäftsidee sammeln per Brainstorming und Google

Ganz untechnisch beginnt der Prozess mit einem klassischen Brainstorming. Um erfolgsversprechende Bereiche für die Geschäftsidee zu finden, geht man zunächst von sich selbst aus und durchforstet drei Lebensbereiche:

  • Leidenschaften
  • Probleme
  • Ängste

Was fällt Dir dazu jeweils ein? Gut geeignet ist hier eine Mindmap, die alle Punkte einfach ordnen und veranschaulichen kann. Aus diesem Sammelsurium lassen sich nun wiederum eine Handvoll einzelner Themen extrahieren, bei den man sich vorstellen könnte, diese als ernsthafte Geschäftsidee anzugehen.

Ergänzend lohnt es sich auch gezielt die Suchmaschine mit einzubeziehen, und zwar nach folgender Systematik:

Gebe bei Google diverse Formen von Frageanfängen ein, wie zum Beispiel „Wie werde ich“, Wie bekomme ich“ oder „Wie finde ich“. Im Ergebnis bekommst Du lauter reale Fragestellungen, beispielsweise:

  • Wie bekomme ich ein Sixpack?
  • Wie finde ich gutes Personal?
  • Was tun gegen Müdigkeit?

… und so weiter, und so weiter.

So wirst Du via Brainstorming und Google sicherlich eine schöne Liste an möglichen Themen für Deine Geschäftsidee zusammenbringen.

Aus all diesen Themen und Fragen solltest Du als erstes schon mal diejenigen aussortieren, die Dich überhaupt nicht interessieren. Denn einer Geschäftsidee nachzugehen, nur weil sie möglicherweise profitable ist, bringt auf die Dauer nichts. Motivation ist Dein Motor, und die hast Du nur bei Themen, die auch wirklich zu Dir passen.

Per Keyword-Recherche sukzessive zur erfolgreichen Geschäftsidee finden

Nun bleibt wahrscheinlich eine Handvoll an Themen übrig. Doch auf welche Geschäftsideen für Dein künftiges Unternehmen gilt es sich nun zu fokussieren?

Peer stellt in der Nischenseiten-Challenge drei Kriterien für eine mögliche Marktnische auf:

  1. Passender Traffic: Der Bereich muss einerseits für eine ausreichend große Zielgruppe passen, zum anderen muss es speziell genug sein, um mit eindeutigen Keywords beworben und von der Zielgruppe gefunden werden zu können.
  2. Wenig Konkurrenz: Was nützt das tollste Thema, wenn es bereits von diversen Konkurrenten umworben wird, und ein eigener Einstieg nur sehr schwerlich möglich ist?
  3. Chancen zu Monetarisierung: Die Zielgruppe muss bereit sein, Geld für das Thema auszugeben. Es sollte zum Beispiel entsprechende Produkte mit Affiliate-Programmen geben.

Dies sind essenzielle Fragen, um die Grundlage für eine erfolgreiche Geschäftsidee zu finden. So kannst Du praktisch diverse Themen und Bereiche für Deine Geschäftsidee nach diesen wichtigen Kriterien durchchecken aussortieren und Dich so nach und nach auf ein oder eine paar lohnende Felder konzentrieren.

Hilfestellung beim Einengen Deiner Geschäftsideen gibt Dir wiederum Kollege Google. Diesmal allerdings nicht in Form der Suchmaschine, sondern über den Google Keyword Planner.

In den Keyword Planner kannst Du verschiedene Schlagwörter zu Deinen Geschäftsidee-Themen eingeben, und ausgespuckt wird Dir das monatliche Suchvolumen und die Wettbewerbsintensität bei den Google-Anzeigen zu dem jeweiligen Thema.

So bekommst Du schnell einen Überblick, welche Themen überhaupt über die nötige Masse verfügen, um ausreichend potenzielle Kunden zu haben.

Gibt es Wettbewerb bei den Adwords? Dann steckt also auch Geld in dem zugehörigen Markt? Schau´ Dir dazu aber auch gleich die Konkurrenz im Netz an, um zu sehen, ob der Markt nicht schon überfrachtet ist.

Um den Google Keyword Planner zu nutzen musst Du vorab einen Adwords-Account mit einer (Dummy-)Kampagne anlegen. Diese kannst Du dann einfach pausieren, so dass keine Kosten anfallen.

Nischenseiten-Ansatz ideal zum Fokussieren auf eine Geschäftsidee

Ob und inwieweit du nun die Nischenseiten-Strategie weitergehen willst, hängt sicher von der Art der Themen und der möglichen Produkte Deiner Geschäftsidee ab. Du hast damit aber auf jeden Fall schon mal Themen und eventuell den generellen Bereich für deine Geschäftsidee strukturiert und fokussiert.

Der Nischenseiten-Absatz eignet sich zum Finden Deiner Geschäftsidee daher besonders, …

  • wenn beliebig viele mögliche Geschäftsfelder oder Themen für Dich in Betracht kommen, oder
  • wenn Du schon eine Handvoll an Geschäftsideen hast, und zur Fokussierung einzelne aussortieren willst.

Geschäftsidee finden mit Tim Ferriss und Noah Kagan

Auf dem Weg eine Geschäftsidee zu finden, ist Dir vielleicht auch schon ein gewisser Tim Ferriss begegnet. Ferriss hat schon so manche Geschäftsidee auf die Schiene gesetzt, und ist gelinde ausgedrückt ein erfolgreicher Serien-Gründer und Buch-Autor.

Sein Standardwerk in der Gründerliteratur die „Die 4-Stunden-Woche“. In meinen Augen ist nicht alles, was darin steht vollkommen ernst zu nehmen. Aber: Das Buch ist definitiv eine super Inspiration, wenn es darum geht, eine neue Geschäftsidee zu finden. Im Blogpost Tim Ferriss und seine verdammte Muse kannst Du etwas mehr zum Buch für freiheitsliebende Gründer erfahren.

Über den Blog von Tim Ferriss bin ich aber auch noch auf einen konkreten Ansatz zum Finden einer Geschäftsidee aufmerksam geworden. Typisch amerikanisch geht´s dort natürlich nicht nur schnöde um das Thema „Geschäftsidee finden“, Ferriss und sein Gastautor Noah Kagan nennen es gänzlich unbescheiden: „How to Create a Million-Dollar Business This Weekend“.

Wenn Du am nächsten Wochenende also nicht schon was besseres vorhast, dann finde doch einfach eine Geschäftsidee im ganz großen Stil. 😉

Geschäftsidee finden mit Noah Kagan

Geschäftsidee finden mit Noah Kagan

Kagan ist übrigens auch nicht irgendein Hajopei: Er war der 30ste Mitarbeiter bei Facebook, der vierte bei Mint und arbeitete vorher bei Intel. Das Kernprodukt seines Unternehmens Gambit entwickelte er mit ein paar Freunden angeblich an einem Wochenende. Den gleichen Durchmarsch legte er nochmals mit AppSumo hin.

Um zur großspurigen Überschrift etwas zu beschwichtigen, schiebt Kagan gleich eines voraus: Mit dem Wochenende ist definitiv nicht der komplette Aufbau des letztlich erfolgreichen Unternehmens oder der Feinschliff am Produkt gemeint.

Es geht an dem Wochenende eher darum, eine absolute Basisvariante des Produktes zusammenzuschustern.

Das Ganze läuft in vier Schritten, die einige Parallelen zum Nischenseiten-Ansatz zeigen, die aber auch weitere Inspirationen bieten:

Schritt 1: Ein profitables Thema für die Geschäftsidee finden

Hier geht´s erstmal darum, irgendetwas zu finden, wofür andere Geld ausgeben würden. Um das Brainstorming in Gang zu bringen, empfiehlt Kagan ein paar Inspirationsquellen:

  • Topseller bei Amazon beobachten
  • Eigene Probleme des täglichen Lebens, die mit Produktideen zu lösen sind
  • Produkte, die man selbst oft benutzt, jedoch verbesserungsbedürftige Schwachstellen haben
  • Abgelaufene Ebay-Auktionen analysieren, um zu sehen welche Preise mit verschiedenen Produkten erzielbar sind
  • Häufige Anfragen bei Kleinanzeigenportalen duchsuchen, um zu sehen welche Services stark nachgefragt werden
  • Fragen bei LinkedIn durchstöbern, um zu sehen, für welche Probleme man Services entwickeln kann

Schritt 2: Einen Millionen-Dollar-Markt finden

Hast du erstmal eine Idee gefunden, ist zu schauen, wo es genug potenzielle Kunden dafür gibt. Dazu nutzt er  Google Trends und Facebook Ads.

Bei Google Trends lässt sich beispielsweise ablesen, wie populär bestimmte Keywords im Zeitablauf sind, woher die Anfragen kommen, und nach was die Leute suchen (News, Bilder, Produkte,…).

Beim Nischenseiten-Ansatz steht an dieser Stufe der Keyword Planner an, den man hier ebenso gut ergänzen kann.

Schritt 3: Den Kundenwert einschätzen

Wieviel ist der einzelne Kunde wert? Kagan exerziert dafür ein Beispiel: Der Markt für Chihuahua-Besitzer.

Rund 650 Dollar gibt ein Chihuahua-Besitzer beim Kauf seines Hundes aus, und cirka 1.000 Dollar kostet ihn das Tier pro Jahr. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 15 Jahren bei Chihuahuas ergibt das so über die Jahre:

$650 + ($1.000 x 15)= $15.650

Nur was kann man jetzt mit der Zahl anfangen? Sie gibt einfach nur einen Anhaltspunkt, in welcher preislichen Größenordnung man Produkte für diese Kunden anbieten kann. Zum Beispiel ein Informationsprodukt für 50 Dollar. Diese fiktiven 50 Dollar multipliziert Kagan mit der Anzahl der potenziellen Kunden seiner Facebooksuche. Kommt er damit auf einen Wert über einer Million, so hat der Markt in seinen Augen das Potenzial für ein neues Millionen-Unternehmen.

All diese Berechnungen sind natürlich absolut rudimentär, basieren auf Schätzungen und blenden diverse Faktoren aus. Es geht allerdings nicht um Exaktheit, sondern in erster Linie darum, ein Gefühl für das Volumen und Potenzial eines Marktes zu bekommen.

Schritt 4: Die Geschäftsidee testen

Bisher war alles nur Theorie, jetzt wird getestet. Hier erinnert Kagans Vorgehen an das Lean Startup-Konzept, das ebenso vorsieht, erstmal mindestens 10 mögliche Kunden zu befragen, oder noch noch besser gleich Testkäufe auf kleinen kurz beworbenen Landingpages zu organisieren. Ein erster Marketing-Test also.

Ist das Produkt oder das geplante Unternehmen Schwachsinn, hilft auch die schönste Rechnerei im Vorfeld nichts. Ein anderes oder deutlich besseres Produkt muss her. Stößt es auf Anklang – dann geht´s jetzt richtig los.

Ein Millionen-Unternehmen mal eben am Wochenende hochziehen?

Okay, die wahnwitzige Headline würde ich mal unter „typisch amerikanisch“ verbuchen. So lassen auch Tim Ferriss und Noah Kagan durchscheinen, dass es dabei eigentlich nur um eine Art Marktrecherche gehen kann, immerhin eine Initialzündung.

Bedenkt man aber die Preise, die klassische Unternehmensberater für Marktanalysen mit ähnlichen Zielen aufrufen, sind die Tools von Kagan zwar sicher unschärfer, dafür aber in dem einen oder anderen Fall deutlich schneller und effizienter.

Weitere Tipps zum Finden Deiner Geschäftsidee

Neben dem Nischenseiten-Ansatz haben hier im Blog vier Gastautoren ihre Strategien vorgestellt, wie sie neue Geschäftsideen finden:

Wie finde ich die richtige Geschäftsidee? (Tobias Worzyk)

Tobias ist jemand, der über einen Mangel an Geschäftsideen nicht klagen kann. Ihm fallen permanent welche ein. Aus diesem Übermaß an Geschäftsideen hatte er kurzzeitig sogar das Unternehmen ideas-to-go gegründet, was er mittlerweile aber nicht weiter betreibt. In seinen Ansatz zum Finden zum Geschäftsideen geht es vor allem um Inspiration. Das heißt er beschäftigt sich in seinem Artikel vor allem mit der allerersten Phasen der Ideenfindung.

Wie Du in 3 Schritten eine Geschäftsidee zum Bootstrapping findest und die Marktchancen auslotest (Björn Erkens)

Björn hat für sich eine Systematik beim Finden von Geschäftsideen entwickelt, die ebenso starke Parallelen zum Nischen-Ansatz und zum Modell von Noah Kagen hat. Vor allem auf´s Testen der Möglichkeiten zur Monetarisierung und zum Marketing einer Geschäftsidee setzt er seinen Fokus.

Wie Du eine Geschäftsidee findest, die Du liebst – mit dem Idea Generation Canvas (Alex Wiethaus)

Alex stellt in seinem Gastbeitrag das Idea Generation Canvas vor. Hier geht es in erster Linie um das Entwickeln einer Geschäftsidee in Anlehnung an die eigene Persönlichkeit und die eigenen Interessen. Dieser persönliche Ansatz ist auch Dreh- und Angelpunkt in meinem Ebook „Der Geschäftsmodell-Fahrplan“.

Wie Du eine Geschäftsidee findest, die deine Kunden lieben werden (Matthias Barth)

Matthias setzt in seiner Strategie einen weiteren wichtigen Fokus, in dem er den potenziellen Kunden in den Mittelpunkt der Geschäftsidee stellt.

Warum Du von Deiner Geschäftsidee erzählen solltest

Wenn ich mit angehenden Gründern über deren Geschäftsideen spreche, stoße ich häufig auf ein gewisses Herumlavieren. Das klingt dann in etwa so:

„Ich kann es noch nicht so genau sagen, denn wir sind ja noch nicht online. Und da wollen wir natürlich das Ganze noch nicht so rumerzählen, um Nachahmer zu vermeiden.“

Ups! Ist da eine Weltrevolution in Planung?

Hat da jemand eine Idee, die so dermaßen die Welt aus den Angeln heben wird, dass sie sofort von den Googles, Facebooks, Amazons und natürlich den Samwers dieser Welt kopiert werden würde?

Geschäftsideen diskutieren auf Solopreneur Day

Geschäftsideen diskutieren auf dem Solopreneur Day

Nicht zu vergessen, der Typ hinter uns im Café, der schon ganz heiß darauf ist, Erzählungen von fremden Geschäftsideen zu lauschen, weil er selbst keine eigene Geschäftsidee finden kann!

Um es vorwegzunehmen: Diese Ängste sind aus meiner Sicht vollkommen unbegründet. Mehr noch: Es lohnt sich stattdessen enorm, anderen von seiner Idee zu berichten.

Warum Du Deine Geschäftsidee, Deine Idee vom nächsten großen Ding, jetzt rausposaunen solltest, dafür gebe ich Dir vier konkrete Gründe:

Keine Angst vor Copycats

In den Augen des Gründers mag die Gefahr von Copycats bestehen, also Leute oder Unternehmen, die einfach eine fremde Geschäftsidee selbst umsetzen. Vor allem in der Euphorie der Startphase kann das für einen selbst so aussehen.

Doch ich würde hier definitiv Entwarnung geben. Nach meiner Einschätzung sieht die Sache in 99,9999 Prozent aller Fälle anders aus. Die Sorge vor den besagten Nachahmern ist in der Regel ziemlich unbegründet.

Warum ist das so?

Dazu will ich zunächst mal die Frage in den Raum stellen, wer überhaupt in der Lage wäre, Deine Geschäftsidee zu kopieren und besser als Du oder vor Dir in den Markt zu bringen.

Klar ist doch, dass es sich dabei um wirklich talentierte und kreative Köpfe handeln müsste, die zudem einen gewissen Erfahrungsschatz mitbringen, um Dich zu überflügeln.

Was machen solche Leute den lieben langen Tag? Lungern sie irgendwo herum, und warten, dass sie halbgare Geschäftsideen zum Klauen finden? Diese talentierten und kreativen Leute, die fähig wären, Deine Idee umzusetzen, haben in aller Regel besseres zu tun, denn sie entwickeln eigene Ideen und setzen sie vor allem um.

Und mal anders herum betrachtet:

Sollte es weniger fähige Leute geben mit weniger Talent und Kreativität, die Deine Idee klauen und selbst umsetzen könnten – Ist es dann wirklich eine gute Idee?

Wer hat schon dauerhaft Motivation, Geschäftsideen anderer durchzuziehen?

Vielleicht ist Dir ja auch schon mal folgendes Phänomen über den Weg gelaufen: Dir fällt plötzlich eine Geschäftsidee ein, weil Du Dich einfach irgendwo hast inspirieren lassen. Vielleicht sitzt Du in einem Restaurant, und hast ein tolles Gastronomie-Konzept im Kopf. Oder beim Lesen eines Artikels zu einer neuen Technologie kommt Dir eine Idee darüber, wo man diese Technologie erfolgreich einsetzen könnte.

Du spinnst die Gedanken zu Deiner Idee noch ein wenig weiter, vielleicht hängst Du ihr auch noch ein paar Tage nach, aber irgendwann verfolgst Du sie nicht mehr weiter.

Was will ich Dir damit sagen?

Wenn Du Dir schon nicht die Mühe machst, Deine eigenen Ideen erfolgreich umzusetzen (was im übrigen gar nicht verwerflich ist, denn sonst würde man sich ja irgendwann in all den Projekten verzetteln), wenn Du Deine eigenen Ideen also teils links liegen lässt, wäre es da nicht noch um einiges unwahrscheinlicher, die Idee eines anderen umzusetzen?

Kannst Du Dir vorstellen, für eine Idee dauerhaft zu brennen, sie gegen Widerstände durchzusetzen, wenn sie gar nicht von Dir ist?

Ich kann mir das persönlich definitiv nicht vorstellen. Und ich habe tatsächlich noch nie einen Fall beobachten können, bei dem jemand eine Geschäftsidee in der reinen Ideenphase nachgeahmt hätte. Wenn allein die Idee wirklich so wahnsinnig gut wäre, könnte sie ohnehin kopiert werden, nachdem die Geschäftsidee im Markt ist.

Reine Ideen, das ist die bittere Erkenntnis, sind als solche erstmal nichts und wieder nichts wert. Denn Ideen gibt es wie Sand am Meer. Jeder denkende Mensch kann Ideen entwickeln, jeder kann Pläne machen und Konzepte erstellen.

Welche Geschäftsideen allerdings wirklich tauglich sind, und welche nicht, das lässt sich letztlich erst dem dem Sprung in den Markt beurteilen.

Nutze Feedbacks und feile an Deiner Geschäftsidee

Was in der Ideen- und Konzeptphase viel wertvoller als die Geheimhaltung ist, sind Feedbacks von Außenstehenden über die eigene Geschäftsidee.

Diskussionen und konstruktive Kritik bringen Dir wichtige Impulse, um Dein Idee zu durchdenken, feinzujustieren, neue Aspekte einfließen zu lassen.

 

Wer eine neue Geschäftsidee plant, kann auch schnell betriebsblind werden und berauscht von der eigenen Idee. Deshalb ist das Feedback nicht zuletzt auch ein wichtiges Korrektiv.

Und: Nicht nur das Feedback aus dem Dialog kann Dir helfen. Allein der Vorgang des Formulierens Deiner Idee ist interessant.

Egal ob, Du mit anderen über Deine Idee sprichst, oder sie zum Beispiel als Blogpost veröffentlichst – allein dieser Vorgang zwingt Dich, Deine Geschäftsidee schlüssig zu formulieren. Und dabei können Dir möglicherweise Schwächen auffallen, die Du vorher nicht gesehen hättest, oder Dir können selbst schon Verbesserungsideen dabei einfallen.

Vielleicht ist Deine Geschäftsidee schlecht, und Du weißt es noch nicht

Wenn Du ein neues Business startest, hast Du Dich sicher bereits schon etwas über das gesamte Marktumfeld informiert. Doch Du kannst in dieser Phase normalerweise nicht alles über die Branche, die potenziellen Kunden, die geeigneten Marketingkanäle und so weiter wissen. Das musst Du auch nicht.

Es wird aber immer Leute geben, die sich genau mit diesen einzelnen Aspekten auskennen. Versuche also, dieses Wissen zu nutzen, wenn Du es durch Gespräche mit Branchenkennern et cetera bekommen kannst.

Möglicherweise wirst Du in solchen Gesprächen auch mal einen Schuss vor den Bug bekommen. Möglicherweise wird es Stimmen geben, die Dir abraten – sei es aus eigener Erfahrung, sei es aus einer Insider-Einschätzung oder einfach nur aus einem Bauchgefühl.

Klar sollte Dich nicht jedes negative Feedback aus der Bahn werfen, aber kann Dir beispielsweise jemand zeigen, dass andere mit Deiner geplanten Geschäftsidee bereits gescheitert sind, oder dass Deine Kostenschätzungen im Marketing realitätsfern sind, dann lohnt es sich durchaus, darüber nachzudenken.

Auch wenn es im ersten Moment niederschmetternd ist, und Du innerlich versuchst solche Fakten zu verdrängen – solcherlei Informationen sind im Endeffekt extrem wertvoll, denn sie bewahren Dich davor, weiteres Geld und weitere Zeit in etwas zu investieren, das im Markt keine Chancen hat.

Schlechte Ideen für Geschäftsideen sind nicht peinlich

Eine weitere Sorge, die Dich vor dem offenen Gespräch über Deine Geschäftsidee abhalten könnte, könnte sein, dass Dein mit viel Herzblut erdachtes Konzept auf andere nur peinlich wirkt, dass andere es für lächerlich halten.

Okay, Deine Idee wird sicherlich nicht jedem gefallen, und der eine oder andere mag dabei nur Fragezeichen sehen oder sie tatsächlich für lächerlich halten. Aber: So what?!

Glaubst Du, derjenige wird jetzt ständig daran denken oder Dich mit dieser scheinbar dummen Geschäftsidee in Verbindung bringen, es womöglich groß weitererzählen?

Glücklicherweise sortiert das menschliche Hirn unnützes Zeug weitestgehend aus, sprich das Ganze wird für Deinen Zuhörer wahrscheinlich gar nicht einen so hohen Stellenwert bekommen, und er wird es schnell wieder vergessen.

Und dann gibt es natürlich auch noch Leute, für die jede Idee, die noch nicht in der Realität existiert, äußerst fragwürdig wirkt. Solchen Leuten fehlt in der Regel nichts anderes als ausreichend Fantasie und Vorstellungskraft. Sie können nur in bestehenden Bahnen denken. Und von daher musst Du auf deren Urteil ohnehin nicht viel geben.

Mach´ aus Deiner Geschäftsidee also kein Geheimnis. Gehe einfach davon aus, dass sie Dir schon niemand wegnehmen wird, und nutze stattdessen das Feedback als wertvolle Inspirationsquelle zum Verbessern Deines Konzepts.

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