Produktideen entwickeln

Produktideen gibt es wie Sand am Meer. Doch welche passen wirklich zu Dir als Person? Und wie kannst Du Deine Produktideen sinnvoll systematisieren, so dass ein funktionierendes Business draus wird?

Hast Du als Solopreneur erstmal ein Kern-Thema gefunden, ist dabei schon viel gewonnen. Jetzt gilt es, daraus eine Geschäftsidee mit konkreten Produkten zu entwickeln.

Autoren Brigitte und Ehrenfried Conta-Gromberg

Als Gründer machst Du Dir tausend Gedanken über Produktideen unterschiedlichster Art. Um dabei nicht im gedanklichen Chaos zu landen, oder komplett irrige Richtungen einzuschlagen, wäre jetzt irgendein System gut, das Dir einfache Strukturen schafft.

Ein System, mit dem Du Deine Produktideen ordnen, modellieren und visualisieren kannst.

Ein solches System haben die beiden Autoren Brigitte und Ehrenfried Conta-Gromberg entwickelt, und es hat sich in den letzten Jahren vor allem für Solopreneuere immer mehr zu einer Art Standard entwickelt.

Das System heißt „Produkt-Treppe“, und jetzt haben die Conta-Grombergs dazu ein eigenes Handbuch „Business Model Produkt-Treppe“* herausgegeben.

Produktideen einfach visualisieren

Wer´s ganz klassisch mag oder zu viel mit praxisfernen Beratern gesprochen hat, setzt zuallererst mal einen Businessplan auf. Ich kann nur sagen: Mach´ das nicht. Ein Businessplan ist viel zu starr und theoretisch. Und so sehen es auch die Conta-Grombergs in ihrem Handbuch.

Viel wichtiger als ausufernde Businessplan-Texte und Excel-Zaubereien ist eine einfache Visualisierung Deiner Geschäftsidee und der zugehörigen Produktideen.

Beim Thema Visualisieren von Geschäftsmodellen denke ich schnell an das Business Model Canvas von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur. Das Konzept hat sich in der Startup-Szene gut etabliert, bringt aber auch eine Komplexität mit sich, die für Solopreneure oft gar nicht gegeben ist. Meist geht es als Solopreneur etwas einfacher.

Die Produkttreppe zeichnet hingegen ein einfaches Bild der eigenen Produktwelt und setzt die einzelnen Produktideen miteinander in logische Beziehung.

Produktideen mit Produkttreppe entwickeln

Produktideen mit der Produkttreppe entwickeln

Die Produkt-Treppe beginnt bildlich ganz links unten. Der potenzielle Kunde steigt hier auf eine erste leicht zu nehmende Stufe zum ersten Produkt. Dieses Einsteiger-Produkt kann auch kostenlos sein, wie zum Beispiel ein kostenloses Ebook oder ein Test-Account.

Wichtig ist, dass der Einstieg für den User leicht ist. Reichweite ist das erste Ziel, damit überhaupt erstmal genug Leute auf die Produkt-Treppe kommen.

Auf der Produkt-Treppe steigt der potenzielle Kunde nun im Idealfall quasi von Stufe zu Stufe nach oben. Die einzelnen Produktideen können also gut aufeinander aufbauen. Sie werden von Stufe zu Stufe komplexer und auch teurer, so dass ganz oben auf der Treppe wirklich nur noch die absoluten Fans, die „Super-User“ ankommen, auf die die Produkt-Welt ideal zugeschnitten ist.

Produktideen strategisch entwickeln

Der Weg von der grundlegenden Themenfindung bis zur praktischen Umsetzung der konkreten Produktideen ist in der Regel kein direkter. Das Konzept der Produkt-Treppe hilft mit einer groben Einteilung des Weges in vier Phasen:

Grundlegende Geschäftsidee finden

Sobald Du für Dich Dein Thema geklärt hast, Dein „Warum“ für Dich definiert hast, geht es darum die eigentliche Geschäftsidee zu finden.

Es genügt in diesem Stadium ein erstes Rohkonzept mit groben Zahlen. Wilde Excel-Orgien und Businessplan-Poesie sind hier  definitiv nicht nötig, sondern führen eher in unübersichtliche Theorie-Wüsten.

Geschäftsmodell und Produktideen entwickeln

Mach´ aus Deiner Geschäftsidee ein echtes Geschäftsmodell, indem Du Kunden definierst und mit möglichen Produktideen in Beziehung setzt.

Wenn´s geht, erstelle auch schon mal einen Prototypen, mit dem Du den sogenannten „Proof of Concept“ machen kannst. Das heißt, eine absolute Basis-Version eines Produkts im Lean Startup Stil, mit dem Du im Markt das wirkliche Interesse ausloten kannst.

Operativ planen

Entscheide nun, was wirklich umgesetzt werden soll, und was nicht. Um die Produktideen geordnet auf die Straße zu bringen, ist ab jetzt auch eine Art Roadmap zu empfehlen, ein handlungsorientierter Plan, mit dem Du die nächsten Monate agieren wirst.

Produktideen agil umsetzen

Die Phasen der Ideen und Planungen sind nun durchlaufen. Jetzt gilt es die Produktideen mit Leben zu füllen, sie real zu erstellen und sie in den Markt zu bringen. Die weitere Steuerung sollte möglichst agil bleiben.

Die 3 Schichten der Produktideen auf der Produkt-Treppe

Im Modell-Bild oben besteht die Produkt-Treppe aus sechs Produktideen. Diese Zahl ist natürlich nicht in Stein gemeißelt. Genauso gut können es drei Produkte oder auch viel mehr sein.

Wichtiger ist die Einteilung der Produkte in drei Schichten:

Schicht 1: Reichweite

In der untersten Schicht geht es in erster Linie um Reichweite. Hier steigt der Kunde ein in die Produkt-Welt, und das soll ihn möglichst wenig kosten.

Die entscheidende Frage zur Kreation der passenden Produktidee in der ersten Stufe ist: Welchen Anfangs-Schmerz oder Anfangs-Wunsch hat der Ziel-Kunde? Was kann ich also anbieten, um genau diesen Anfangs-Schmerz oder Anfangs-Wunsch einfach zu adressieren?

Schicht 2: Tragschicht

Solide Einnahmen erwirtschaftet vielmehr die zweite und wichtigste Schicht der Produkt-Treppe: Die sogenannte Tragschicht.

In der Tragschicht geht es um Produktideen, die das Gros der zahlenden User ansprechen, die somit aber auch preislich für Otto-Normal-User erschwinglich sein müssen.

In der Regel sind dies die Kern-Produkte im Sortiment. Für einen Coach könnte das zum Beispiel ein Buch sein oder ein Online-Seminar.

Schicht 3: Super-User

Super-User sind absolute Fans, für die die Produkt-Welt in idealer Weise zugeschnitten ist. Um im Beispiel des Coaches zu bleiben, könnte hier ein Live-Seminar oder ein 1-zu-1-Coaching stehen.

Logischerweise haben Produkte dieser Schicht die höchsten Preise, und können dadurch auch schon in Verbindung mit nur wenigen Kunden insgesamt einen ähnlich hohen Deckungsbeitrag bringen wie die Produktideen der Tragschicht.

Was bringt Dir als Solopreneur die Produkt-Treppe?

Auf den Punkt gebracht: Wie auch immer Deine Geschäftsidee aussieht – Als Gründer oder speziell als Solopreneur gibt Dir die Produkt-Treppe auf jeden Fall eine Reihe von Hilfestellungen:

  • Produktideen visualisieren mit Produkt-Treppe

    Handbuch „Business Modell Produkt-Treppe“

    Die Produkt-Treppe dient als System zum Entwickeln und Zusammenführen Deiner Produktideen.

  • Du visualisierst Deine Produktwelt auf einfache und praktikable Art.
  • Deine Kern-Geschäftsidee wird festgehalten, und Du ordnest Deine Produktideen darin ein.
  • Du bildest logische Zusammenhänge zwischen den einzelnen Produkten untereinander und zwischen den Produkten und der eigentlichen Geschäftsidee, dem Kern-Thema.
  • Im laufenden Betrieb dient die Treppe als agiles Steuerungs-Tool für Deine Produktideen.

Image by Free-Photos from Pixabay

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