geschäftsmodelle persönlichkeit

Warum sollte Dein Geschäftsmodell zu Dir passen? Bestimmt nicht der Markt, welche Geschäftsideen oder Geschäftsfelder lukrativ sind, und wäre es dann nicht Deine Aufgabe, diese lukrativen Geschäftsfelder zu bedienen?

geschäftsmodell persönlichkeitIch bin überzeugt, dass dieser reine Marktansatz zu kurz gegriffen ist. Die eigene Persönlichkeit und auch der eigene Lebensstil eignen sich zur Konstruktion eines eigenen Geschäftsmodells deutlich besser.

Daher ist dies auch der Ansatz, den ich in meinem aktuellen Geschäftsmodell-Ebook verfolge. Es geht darum, Dir aus eigener Kraft ein Business zu erschaffen, das zu Dir passt, das nachhaltig ist, das Dein Leben finanziert, und das Dein Leben qualitativ bereichert.

Um in dem Ebook alle wirklich relevanten Fragen zu dem Thema einfließen lassen zu können, hatte ich kürzlich in diesem Post angeregt, direkt diese Fragen an mich zu stellen. Mit der Flut an Fragen, die mich danach erreichte, hatte ich definitiv nicht gerechnet. Über 250 unterschiedliche Fragen sind bislang zusammengekommen, die ich alle einzeln durchgegangen bin, um sie im Ebook – soweit es geht – aufzugreifen.

Ein großer Batzen der Fragen zielte eben auf das Einbringen der eigenen Persönlichkeit ins Geschäftsmodell. Inwiefern ist das realisierbar? Und wie kann der Einzelne seine individuelle Persönlichkeit als Ausgangspunkt für ein eigenes Geschäftsmodell nutzen?

Die Fertigstellung des Ebooks ist gerade in den letzten Zügen, doch in diesem Blogpost will die Frage der Verknüpfung von Persönlickeit und Geschäftsmodell schon mal vorab aufgreifen, denn sie wird im Ebook eine zentrale Rolle spielen.

Vergiss Marktzyklen

Als ich zusammen mit meinem Mitgründer Ole vor etwa acht Jahren begann, unsere Online-Plattform MeinSpiel zur individuellen Massenproduktion von Spielen aufzubauen, waren die allgemeinen wirtschaftlichen Aussichten gelinde gesagt recht trübe. Es herrschte Weltwirtschaftskrise, und ausgerechnet zu der Zeit kamen wir mit unserem neuen Geschäftsmodell.

Zudem meinten wir, für unser Vorhaben Kapital zu benötigen und gingen somit auf die Pirsch nach entsprechenden Geldgebern. Allerdings sprang unser sicher geglaubter Investor unmittelbar vor dem Abschluss ab, und unsere zweite Option – ein Konzern aus der Spielebranche – verpasste sich im Zuge der Weltwirtschaftskrise kurzerhand einen Investitionsstopp.

Die Zeichen des Marktes hatten damit eigentlich eine klare Sprache gesprochen: Es ist keine gute Zeit für neue Geschäftsmodelle. Doch innerlich waren wir bereits so weit mit unseren Planungen, dass wir die Sache nicht aufgeben, sondern auch ohne externe Investitionen auf aufziehen wollten. Und somit gingen wir über den Weg des Bootstrapping in den Markt (die gesamt Story dazu hier).

Als wir uns kurze Zeit später im Markt wiederfanden, lief die Wirtschaftskrise zwar immer noch, aber spüren konnten wir sie nicht. Sie lief quasi an uns vorbei. Mit MeinSpiel erschufen wir ein komplett neues Angebot im Markt. Und da sich viele Kunden unseres Spiele-Verlages, den wir vor MeinSpiel betrieben, ein solches Angebot wünschten, gab es auch eine gewisse Nachfrage dafür, die vollkommen unabhängig von der allgemeinen Krise war.

Vergiss Marktstudien

Nach klassischer Lehre an der Uni oder auch in klassischen Businessplan-Ratgebern steht immer der Bedarf des Marktes im Mittelpunkt, wenn es um die Beurteilung von Geschäftsmodellen geht. Ein Markt mit ausreichend Nachfrage ist natürlich auch eine notwendige Erfolgsvoraussetzung, aber allein reicht dies bei weitem nicht aus.

Und klar, es ist ein Kinderspiel, sich via Google eine Handvoll Marktanalysen zusammenzusuchen, um daraus irgendwelche Teilmärkte mit tollen Wachstumszahlen zu extrahieren. Doch ob der Weg für Solopreneuere und kleine Teams überhaupt der Richtige ist, will ich stark bezweifeln.

Denn nach der rein quantitativen Marktanalyse stellen sich zwangsläufig einige Fragen, die unmittelbar mit Dir als Person verbunden sind:

  • Kannst Du als Person mit Deinen Fähigkeiten, Kenntnissen und Erfahrungen diese Märkte überhaupt bedienen?
  • Und willst Du das, bringst Du dafür die entsprechende Motivation mit?
  • Kennst Du wirklich die Kunden des Marktsegments?
  • Und hast Du Lust auf diese Leute?

Die eigene Persönlichkeit ist beim Entwickeln Deines Geschäftsmodells aus meiner Sicht daher deutlich wichtiger. Und deshalb rückt sie in meinem Geschäftsmodell-Ebook absolut in den Mittelpunkt.

Wirf Deine Persönlichkeit in die Waagschale

Damit wir uns nicht missverstehen: Es lohnt sich selbstverständlich, nach einem Markt zu suchen, der ausreichend Nachfrage bietet. Doch wichtiger als die reine Marktgröße oder aktuelle Trends ist das, was Du als Typ in Dein Geschäftsmodell einbringen kannst.

Egal, welche Art von Markt Du ansteuerst – Dein Job ist es, Dir dort einen eigenen Platz zu erkämpfen. Du musst Dich von Wettbewerbern absetzen und ein eigenes Profil entwickeln. Und was Du dazu am besten in die Waagschale werfen kannst, ist Deine Persönlichkeit.

Mit Persönlichkeit ist gemeint ein Konstrukt aus Deinen Interessen, Deinen Fähigkeiten, Deinem Wissen und Deinem Netzwerk. Es lohnt sich, hier in die Tiefe zu gehen, um die vier Bereiche für Dich persönlich auszuleuchten und alles, was Dir dazu einfällt, aufzuschreiben. Was Du aus diesen Listen für Dein Geschäftsmodell extrahieren kannst, dient sozusagen als Anfangs-Invest für Dein Business.

Stelle eigene Kriterien an Dein Geschäftsmodell

Neben dem Einbringen Deiner Persönlichkeit als Basis des Geschäftsmodells, empfiehlt es sich, ganz eigene Kriterien an Dein Geschäftsmodell zu stellen. Oder möchtest Du auf Dauer ein Geschäft betreiben, das Deinem persönlichen Lebensstil so gar nicht entspricht? Langfristig bringt es einfach mehr, wenn Du Dein Geschäftsmodell an Deinen persönlichen Zielen und Deinem Lebensstil ausrichtest (und nicht umgekehrt).

Welche Kriterien sind Dir also wichtig, dass sich Dein Business mit Deiner Persönlichkeit und Deinem Lebensstil ideal verbinden lässt?

Für mich selbst habe ich über die Zeit verschiedene Kriterien zusammengestellt, die mir bei neuen unternehmerischen Projekten wichtig sind. Dazu gehören beispielsweise folgende:

  • Langfristiges Interesse: Auch in fünf Jahren will ich heute gestartete Geschäftsmodelle noch gern betreiben.
  • Ortsunabhängig: Ich will von jedem Ort der Erde mein Business betreiben können. Obwohl ich  kein digitaler Nomade bin, ist dies für mich wichtig, denn ich wohne mittlerweile auf dem Land, und möchte weiterhin von dort aus arbeiten.
  • Als Solopreneur möglich: Da ich bereits mit MeinSpiel ein Business in Partnerschaft gegründet habe, in dem wir feste Mitarbeiter beschäftigen, will ich zusätzliche  Unternehmungen möglichst allein betreiben können, um ausreichend Flexibilität zu haben. Die Zusammenarbeit mit anderen in diesen Projekten möchte ich daher eher netzwerkartig gestalten.
  • Nicht kapitalintensiv: Ich probiere gern Neues aus. Dabei nehme ich Fehlschläge in Kauf, will aber eben genau deshalb nicht jedes Mal ins volle finanzielle Risiko gehen.

Was sind Deine Kriterien? Vielleicht trifft auch eines aus meiner Liste auf Dich zu, aber je nach Persönlichkeit und Lebensstil werden solche Listen für jeden vollkommen individuell aussehen. Im Ebook werde ich noch einige weitere mögliche Kriterien zur Inspiration durchleuchten, was hier aber zu weit führen würde.

Fazit

Der beschriebene Ansatz, die Persönlichkeit beim Entwickeln Deines Geschäftsmodells in den Fokus zu rücken, darf logischerweise kein Freifahrtschein sein für jede wahnwitzige Geschäftsidee. Nur weil es Dir gut gefällt und Spaß machen würde, ist noch lange nicht geklärt, inwieweit Du damit auch Umsätze machen kannst.

Diese Frage der Profitablilität deckt der zweite Ansatz des Ebooks ab, indem ich dort aufzeigen werde, wie Du einzelne Märkte und Angebote vorab mit einfachen Mitteln checken kannst. Ob der Markt, der sich dabei für Dich herauskristallisiert, gerade übermäßig stark wächst oder mega-trendy ist, sollte dann aber vollkommen zweitranging sein.

Die Frage, welche Grundvoraussetzungen Dein Geschäftsmodell praktisch erfüllen muss, damit Du ordentliche Umsätze erwirtschaften kannst, werde ich auch schon vorab hier im Blog ankratzen. Dazu in den nächsten Tagen mehr.

Hast Du zur Verbindung von Persönlichkeit und Geschäftsmodell weitere Fragen oder Anregungen, dann schreibe sie gern hier als Kommentar.

Gefällt Dir der Ansatz Persönlichkeit und Geschäftsmodell zu verbinden, würde ich mich tierisch freuen, wenn Du diesen Beitrag mit den Buttons hier unten hier teilen würdest!

4 Kommentare
  1. Matthias
    Matthias sagte:

    Hallo Thorsten,
    ich finde das einen extrem wichtigen Gedanken. Ich glaube, du kannst nur dann etwas wirklich Großes schaffen, wenn du ein Ziel hast, das dich inspiriert.
    Die meisten Gründer, die ich kennen gelernt habe, sind da aber schon instinktiv auf dem richtigen Weg. Nur gehen viele gerne etwas blauäugig ins Risiko und vergessen ihre Idee zu testen.
    Vielleicht melden sich die Mir-geht-es-vor-allem-ums-Geld-Gründer aber auch einfach nur deshalb nicht bei mir, weil sie sich von meinem Blog nicht angesprochen fühlen. Das heißt dann nur, das meine Positionierung funktioniert und ich dieses persönliche Ziel schon erreicht habe 😉
    LG, Matthias

    Antworten
    • Thorsten
      Thorsten sagte:

      Hallo Matthias, ja, ich glaube, Deine Positionierung kann man in der Hinsicht gut erkennen. Insofern ein gutes Beispiel, wie man die richtigen Leute anspricht und andere, die nicht wirklich zu einem selbst passen, fernhält.

      Antworten

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  1. […] ich im vorigen Post die Gründer-Persönlichkeit ins Zentrum der Geschäftsmodell-Entwicklung gerückt habe, will ich heute noch einen Schritt weitergehen und an die Wurzeln jedes […]

  2. […] Startups geht es in der Anfangsphase erstmal darum, überhaupt ein Geschäftsmodell auf die Beine zustellen, mit dem erste Umsätze in die Kasse fließen. Oder es geht darum, externes […]

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