Nebenberuflich selbständig – Warum für 80 Prozent der Gründer dies der beste Start ist

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Erik Renk - nebenberuflich selbständig

Erik Renk: „Nebenberuflich selbständig ist für 80 Prozent der Gründer der beste Start.“

Für 80 Prozent der Gründer ist der beste Weg ins Unternehmertum nebenberuflich selbständig zu gründen. Das behauptet Erik Renk, Autor dieses Gastbeitrages.

Erik ist Gründer von einfachstartup.de, und gründete sein erstes Unternehmen bereits mit 19 Jahren. Seitdem hat er mit verschiedenen Startups viel Erfahrung gesammelt. Diese gibt er mit seinem Blog und jetzt auch mit seinem Buch „Das Feierabendstartup – Risikolos gründen nebenan dem Job“ an andere angehende Gründer weiter.

Erik, let´s go!

Deutschland ist eher als Land der Dichter bekannt, als ein Land der Gründer. Vielmehr ist unsere Nation ein Land der Lohnarbeiter. Diese Aussage wird vom KFW Gründermonitor 2017 unterstrichen.

Die Gründerquote ist im Jahr 2016 auf das erschreckende Tief von 1,3 Prozent gefallen. Das bedeutet, dass sich von 10.000 erwerbsfähigen Menschen gerade einmal 130 Menschen selbstständig gemacht haben. Im Jahr 2003 waren es noch 3 Prozent, im Jahr 2013 1,67 Prozent und 2014 ließ eine Quote von immerhin 1,8 Prozent auf einen weiteren Anstieg hoffen. Dieser hat sich leider nicht bestätigt.

Was sind die möglichen Gründe dafür, dass sich so wenige Menschen selbstständig machen? Viele ziehen ein sicheres und üppiges Gehalt dem Risiko des Unternehmertums vor. Bei einer Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent im Jahr 2016 und einem Fachkräftemangel waren die Aussichten für gut bezahlte Lohnarbeit noch nie so gut wie heute.

Dennoch kann auch die vermeintliche Sicherheit eines Angestelltenjobs schnell zu Ende sein. Die einzige Möglichkeit, niemals gekündigt zu werden, ist es, dein eigener Chef zu sein.

Wenn sich die konjunkturelle Lage ändert und die Arbeitslosenquote wieder ansteigt, wird es in vielen Unternehmen zum Stellenabbau kommen. Vielleicht stehst auch du plötzlich auf der Straße und merkst, wie wichtig du wirklich für deinen ehemaligen Arbeitgeber warst. Dabei ist eine positive Konjunktur der ideale Startpunkt, um dich selbstständig zu machen! Da Unternehmen in der Regel investieren und die Gehälter steigen, geben die Menschen auch mehr Geld aus.

Im Idealfall kombinierst du das Beste aus beiden Welten. Du beziehst einerseits ein gutes Gehalt und füllst deinen Geldspeicher, und zum anderen machst du dich nebenberuflich selbstständig und verwirklichst dich selbst.

Nutze die Vorteile aus beiden Welten

Für 80 Prozent der Gründer ist die nebenberufliche Selbstständigkeit der beste Start ins Unternehmertum. Die restlichen 20 Prozent haben entweder schon mal in der Vergangenheit eine Firma gegründet, haben jemand an Board, der über dieses Knowhow verfügt oder aber verfügen über ein großzügiges Kapitalpolster.

Wenn du länger darüber nachdenkst, ist es eigentlich logisch: Bevor du dich in das Abenteuer Unternehmertum stürzt, solltest du dir das nötige Wissen besorgen. Dies kannst du risikolos, indem du deinen Hauptjob und somit dein sicheres Einkommen behältst, und zum anderen in deiner Freizeit testest, wie sich die Selbständigkeit für dich anfühlt.

Mehrere Gründer saßen bereits bei mir und erzählten euphorisch davon, dass sie ein neues Getränk entwickelt haben, welches sich garantiert hervorragend verkaufen lässt. Man müsse doch nur Edeka oder Rewe und den einen oder anderen Influencer gewinnen, und dann laufe das schon. Leider holt die Realität die meisten Gründer schnell ein.

Besonders herausfordernd wird es, wenn der Job aufgegeben wurde und über die Bank eine Finanzierung abgeschlossen wurde. Dieses Problem kannst du nebenberuflich selbständig ganz einfach umgehen. Du kannst risikofrei testen, ob sich deine grandiose Idee nicht doch als Hirngespinst entpuppt.

Mein Rat ist, dass du dir in dieser ersten Phase auf keinen Fall externe Geldgeber an Board holst. Vielmehr geht es darum, dein Produkt zu testen. Erstelle so schnell wie möglich einen Prototyp und gehe damit an die Öffentlichkeit. Im Falle des vorher erwähnten Getränkeherstellers würde dies folgendes bedeuten:

Du erstellst eine Mixtur für das Getränk, gehst hinaus auf die Straße und lässt andere Menschen probieren. Somit sammelst du in kurzer Zeit eine Vielzahl an wertvollem Feedback und kannst prüfen, ob du auf dem richtigen Weg bist.

In dieser ersten Phase halte ich nichts davon, einen Businessplan zu erstellen. Zu viele Elemente darin stützen sich auf Annahmen und wurden nie in der Realität geprüft. Als Gründer besteht eine hohe Gefahr, dich zu verschätzen. Du steckt so viel Mühe in den Businessplan, obwohl er am Ende unter Umständen völlig wertlos ist.

Ich bin der Meinung, es reicht, wenn du dir auf einem Foliensatz notierst, was dein Produkt ist, wie der Markt ausschaut und was dein Geschäftsmodell ist. Eventuell ergänzt du noch deine Wunschvorstellung, was du als Gründer einnehmen und ausgeben möchtest. Vermeide hier aber, zu detailliert vorzugehen.

Nebenberuflich selbständig – wichtige Fakten

Das wichtigste vorweg: Niemand kann dir verbieten, dich nebenberuflich selbstständig zu machen, es sei denn, die berechtigten Interessen von deinem Arbeitgeber werden verletzt. Hier sind insbesondere drei Dinge zu nennen:

  • Konkurrenzschutz
  • Einbringen deiner vollen Arbeitskraft
  • Ansehen des Arbeitgebers darf dadurch nicht beschädigt werden

Du darfst mit deiner nebenberuflichen Selbstständigkeit nicht direkt in Konkurrenz zu deinem Arbeitgeber stehen. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn du als Grafikdesigner nebenbei Gestaltungsaufträge annimmst.

Des Weiteren muss gewährleistet sein, dass du deine volle Arbeitskraft einbringst. Wenn du häufig müde und unkonzentriert bei der Arbeit erscheinst, kann dir die nebenberufliche Selbstständigkeit untersagt werden. Außerdem darfst du nichts machen, was dem Ansehen deines Arbeitgebers abträglich ist. Solltest du Beamter sein, musst du dich nochmals gesondert informieren.

Krankenversicherung und Steuer

Die Krankenversicherung ist ein großes Thema, weil sie wissen möchte, ob du nebenberuflich selbständig oder hauptberuflich selbstständig bist. Der Vorteil einer nebenberuflichen Selbstständigkeit ist, dass du auf deine Einnahmen keine Sozialabgaben zahlen musst, solange du nicht scheinselbstständig bist. Dies wäre unter anderem der Fall, wenn du 5/6 der Einnahmen von einem Auftraggeber bekommst oder weisungsgebunden bist. Die nebenberufliche Selbstständigkeit kann sich finanziell besser auswirken als eine Lohnerhöhung, dennoch ist Vorsicht geboten.

Du bist nämlich dafür verantwortlich, selbst Steuern abzuführen. Nach der ersten Steuererklärung verlangt das Finanzamt eine Vorauszahlung in derselben Höhe für das nächste Jahr. Auf https://www.bmf-steuerrechner.de kannst du deine Steuerzahlungen berechnen. Aber vergiss bitte nicht, dein Arbeitseinkommen mit einzurechnen. Angestellte und Studenten dürfen aus Sicht der Krankenversicherung maximal 20 Stunden in die nebenberufliche Selbstständigkeit investieren, um weiterhin als Nichtselbstständiger behandelt zu werden.

Der Start mit der nebenberuflichen Selbstständigkeit.

Für die nebenberufliche Selbstständigkeit spricht, dass du sofort starten kannst. Du musst lediglich Zeit investieren, die du in den Aufbau deines eigenen Unternehmens steckst. Das Wichtigste ist, dass du dir genau überlegst, was dir wirklich Spaß macht und was du gerne tust. Denn nur unter dieser Voraussetzung wirst du deinen „inneren Schweinehund“ überwinden und die nötige Motivation haben, um Vollgas zu geben.

Ich vergleiche das mit Sport. Wenn du nicht leidenschaftlich gerne Fußball spielst, wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit in diesem Bereich kein Spitzensportler.

Es ist enorm wichtig, für die Sache zu brennen. Erfolgreich ist, wer glücklich ist. Dr. Günter Faltin hat es in seinem Buch „Kopf Schlägt Kapital“ treffend formuliert:

Viele Menschen machen etwas, was sich „IHG“ nennt: Irgendetwas, Hauptsache Geld.

Vielleicht betreibst du seit Jahren Affiliate Marketing, um ein paar Euros dazuzuverdienen. Aber reicht diese Motivation aus, um erfolgreich ein Unternehmen zu gründen? Ich denke nicht. Ich bin der Meinung, dass man die Welt mit seiner Dienstleistung ein Stück besser machen sollte und erstmal viel geben sollte, bevor man etwas bekommt. Dann bist du auf dem besten Weg, ein nachhaltiges Unternehmen aufzubauen.

Wie es mit deiner nebenberuflichen Selbstständigkeit weitergeht

Wenn du den Proof of Concept gemacht, die ersten Umsätze generierst und wertvolle Erfahrungen gesammelt hast, empfehle ich dir, auf Teilzeit zu gehen. Es gibt hierfür extra ein Gesetz (Teilzeit- und Befristungsgesetz), welches besagt, dass eine Stundenreduzierung möglich ist. Voraussetzung ist allerdings, dass dein Betrieb mehr als 15 Arbeitnehmer hat. Auch Fachkräfte und Manager können in Teilzeit gehen und in der freien Zeit ihr Unternehmen auf das nächste Level bringen. Jetzt bleibt nur noch ein Schritt übrig.

Nachdem du deine Umsätze und Rücklagen in Teilzeit aufgebaut hast, solltest du darüber nachdenken, deinen Lebenstraum ganz zu verwirklichen und dich in das Abenteuer Selbstständigkeit zu stürzen. Nichts geht über das Gefühl, dein eigener Chef zu sein. Menschen lieben nun mal die Freiheit. In der dritten Phase spricht aus meiner Sicht nichts mehr gegen eine Fremdfinanzierung, da dir sowohl die unternehmerischen Daten, die Kunden als auch die Schwierigkeiten bekannt sind.

Wie schnell du die einzelnen Phasen durchläufst, ist individuell. Halte dir immer vor Augen, dass du nichts aufgibst, sondern lediglich deine Freizeit investierst. Selbst wenn es nicht klappen sollte: Die Erfahrung, die du in der nebenberuflichen Selbstständigkeit sammelst, ist unbezahlbar.

Das Ziel

„You only have to get rich once.“ – Warren Buffett

Ein Unternehmen zu gründen, ist zwar mit einem hohen Risiko verbunden, es birgt aber auch eine hohe Chance. Der Wert deines Unternehmens erhöht sich mit jeder Idee, mit jedem Kunden, den du gewinnst, und mit jeder Weiterentwicklung deines Geschäftsmodells.

Mehr zum Thema nebenberuflich selbständig Gründen und Entwicklung einer Firma erfährst du in meinem Buch „Das Feierabendstartup – Risikolos gründen nebenan dem Job“.

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