Der gute Tim Ferriss hat mal wieder einen rausgehau´n: In seinem Blog brachte der 4-Stunden-Arbeiter am letzten Samstag die Kurzerklärung, wie man sein Wochenende einfach mal dazu nutzen kann, ein millionenschweres Unternehmen auf die Beine zu stellen.

Warum auch nicht, wenn man gerade nichts besseres zu tun hat!

Als beispielhaften Vertreter der Wochenend-Strategie ließ er Noah Kagan zu Wort kommen. Kagan war der 30ste Mitarbeiter bei Facebook, der vierte bei Mint und arbeitete vorher bei Intel. Das Kernprodukt seines Unternehmens Gambit entwickelte er mit ein paar Freunden angeblich an einem Wochenende. Den gleichen Durchmarsch legte er nochmals mit AppSumo hin.

Klingt größenwahnsinnig?

Noah Kagan

Um ein wenig zu beschwichtigen, schiebt Kagan gleich eines voraus: Mit dem Wochenende ist definitiv nicht der komplette Aufbau des letztlich erfolgreichen Unternehmens oder der Feinschliff am Produkt gemeint.

Es geht an dem Wochenende eher darum, eine absolute Basisvariante des Produktes zusammenzuschustern.

Folgende vier Schritte empfiehlt er dazu:

Schritt 1: Eine (profitable) Idee finden

Hier geht´s erstmal darum, irgendetwas zu finden, wofür andere Geld ausgeben würden. Um das Brainstorming in Gang zu bringen, empfiehlt Kagan ein paar Inspirationsquellen:

  • Topseller bei Amazon beobachten
  • Eigene Probleme des täglichen Lebens, die mit Produktideen zu lösen sind
  • Produkte, die man selbst oft benutzt, jedoch verbesserungsbedürftige Schwachstellen haben
  • Abgelaufene Ebay-Auktionen analysieren, um zu sehen welche Preise mit verschiedenen Produkten erzielbar sind
  • Häufige Anfragen bei Kleinanzeigenportalen duchsuchen, um zu sehen welche Services stark nachgefragt werden
  • Fragen bei LinkedIn durchstöbern, um zu sehen, für welche Probleme man Services entwickeln kann

Schritt 2: Einen Millionen-Dollar-Markt finden

Hast du erstmal eine Idee gefunden, so empfiehlt Kagan, ist zu schauen, wo es genug potenzielle Kunden dafür gibt. Dazu nutzt er  Google Trends, Google Insights und Facebook Ads.

Bei Google Trends lässt sich beispielsweise ablesen wie populär bestimmte Keywords im Zeitablauf sind. Verfeinern kann man die Ergebnisse dann mit Google Insights, das einem zeigt, woher die Anfragen kommen, und nach was die Leute suchen (News, Bilder, Produkte,…).

Schritt 3: Den Kundenwert einschätzen

Wieviel ist der einzelne Kunde wert? Kagan exerziert dafür ein Beispiel: Der Markt für Chihuahua-Besitzer.

Rund 650 Dollar gibt ein Chihuahua-Besitzer beim Kauf seines Hundes aus, und cirka 1.000 Dollar kostet ihn das Tier pro Jahr. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 15 Jahren bei Chihuahuas ergibt das so über die Jahre:

$650 + ($1.000 x 15)= $15.650

Nur was kann man jetzt mit der Zahl anfangen? Sie gibt einfach nur einen Anhaltspunkt, in welcher preislichen Größenordnung man Produkte für diese Kunden anbieten kann. Zum Beispiel ein Informationsprodukt für 50 Dollar. Diese fiktiven 50 Dollar multipliziert Kagan mit der Anzahl der potenziellen Kunden seiner Facebooksuche. Kommt er damit auf einen Wert über einer Million, so hat der Markt in seinen Augen das Potenzial für ein neues Millionen-Unternehmen.

All diese Berechnungen sind natürlich absolut rudimentär, basieren auf Schätzungen und blenden diverse Faktoren aus. Es geht allerdings nicht um Exaktheit, sondern in erster Linie darum, ein Gefühl für das Volumen und Potenzial eines Marktes zu bekommen.

Schritt 4: Die Idee testen

Bisher war alles nur Theorie, jetzt wird getestet. Hier erinnert Kagans Vorgehen an das Lean Startup-Konzept, das ebenso vorsieht, erstmal mindestens 10 mögliche Kunden zu befragen, oder noch noch besser gleich Testkäufe auf kleinen kurz beworbenen Landingpages zu organisieren.

Ist das Produkt oder der Service Schwachsinn, hilft auch die schönste Rechnerei im Vorfeld nichts. Ein anderes oder deutlich besseres Produkt muss her. Stößt es auf Anklang – dann geht´s jetzt richtig los.

Fazit

Ein Millionen-Unternehmen mal eben am Wochenende hochziehen? Okay, die wahnwitzige Headline würde ich mal unter „typisch amerikanisch“ verbuchen. So lassen auch Tim Ferriss und Noah Kagan durchscheinen, dass es dabei eigentlich nur um eine Art Marktrecherche gehen kann, immerhin eine Initialzündung.

Bedenkt man zudem die Preise, die klassische Unternehmensberater für andersgeartete Marktanalysen aufrufen, sind die Tools von Kagan sicher deutlich unschärfer, dafür aber in dem einen oder anderen Fall deutlich schneller und effizienter.

Bildquelle: Flickr, Laughing Squid

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