Selbständig machen ohne Eigenkapital

Sich selbstständig machen ohne Eigenkapital ist für Gründer der schnellste Weg zum eigenen Business, aber sicher nicht der einfachste. Dass Du als Gründer auf diesem Weg zum eigenen Unternehmen nicht mit Geld um Dich schmeißen darfst, erklärt sich von selbst. Doch worauf kommt es noch an, wenn Du weitgehend ohne Kapital gründen willst?

In diesem Blogpost zeige ich dazu erst einmal die Vorteile und Nachteile des Gründens ohne Eigenkapital auf. Anschließend tauchen wir konzeptionell in das Thema ein, um Strategien und Geschäftsmodelle zu durchleuchten, mit denen Du Dich ohne Eigenkapital selbstständig machen kannst.

Ebenso wichtig ist beim Gründen ohne Eigenkapital die richtige Grundeinstellung, weshalb es auch um das Mindset für diese Art des Gründens gehen wird.

Außerdem machen wir einen Abstecher ins Marketing, weil diese Unternehmerdisziplin in meinen Augen die Schlüsselfunktion für den Erfolg Deiner Gründung sein wird. Und dabei geht es natürlich nicht um ein Marketing, das ein teures Strohfeuer nach dem anderen abbrennt, sondern um ein Marketing, das sich mit überschaubarem Budget stemmen lässt.

Vorteile und Nachteile bei Eigenkapital und Investoren

Beim Gründen mit Eigenkapital geht es entweder an die eigenen Ersparnisse, oder um das Geld von externen Investoren. Denn Eigenkapital muss nicht, wie der Name suggeriert,  aus der „eigenen“ Tasche stammen. Oft steht Eigenkapital bei der Gründung auch für die Einlagen von Business Angels oder Investment-Gesellschaften.

Ob nun Eigenkapital beim Selbstständig Machen eingesetzt wird, bestimmt entscheidend den Prozess des Gründens. Was läuft also konkret unterschiedlich, wenn Du Dich mit oder ohne Eigenkapital selbstständig machst:

Selbstständig machen mit Eigenkapital

Die Variante mit einem Investor oder eigenen (größeren) Ersparnissen führt schematisch zu folgender Handlungsabfolge für den Entrepreneur:

  1. Businessmodell ausarbeiten
  2. Investoren finden und Kapital reinholen
  3. Viel Personal einstellen
  4. Geld in Marketing und Produktentwicklung pumpen
  5. Nötigenfalls weitere Kapitalrunden
  6. „Flughöhe“ erreichen nach Userzahl-Kriterien
  7. Exit: verbliebene eigene Firmenanteile „versilbern“

Schafft es das Unternehmen bis zum Exit, hat das Gründerteam eigentlich seinen Job getan. Hat es bis dahin auch schon positive Deckungsbeiträge erwirtschaftet, wurde der Job sogar richtig gut gemacht. Ab jetzt muss das Management der neuen Eigentümer zusehen, wie es mit der Firma ordentlich Umsatz und Gewinn macht, um die Kaufsumme wieder reinzuholen.

Selbstständig machen ohne Eigenkapital

Wer ohne Eigenkapital gründet, hat in der Regel einen vollkommen anderen Plan vor sich:

  1. Businessmodell und Produkt (ansatzweise) entwickeln
  2. (Outsourcing-)Partner für diverse Unternehmensfunktionen finden
  3. Verkaufsplattform schaffen
  4. Marketingmöglichkeiten testen und Kunden finden
  5. Erste Umsätze machen für eigenes Einkommen
  6. Weitere Umsätze in Marketing und Produktentwicklung stecken
  7. Von den Unternehmensgewinnen als passivem Einkommen leben

Hat es der Gründer geschafft, bis zu Punkt 7 zu kommen, ohne externe Finanzquellen angezapft zuhaben, kann er sich drei Mal auf die Schulter klopfen, denn er ist unabhängig und kann sich mit dem passiven Einkommen auf neue Gründungen oder andere schöne Dinge des Lebens stürzen.

Welche Variante für welchen Unternehmenstyp?

unternehmertyp zum selbstständig-machen ohne eigenkapital

Welcher Unternehmertyp bist Du?

Welcher Weg für das eigene Unternehmen der richtige ist, dürfte zum einen vom Gründertyp abhängen und zum anderen – und dies maßgeblich – von der Art des Unternehmens beziehungsweise seiner Produkte.

Will ich ein Biotech-Startup mit innovativen Produkten hochziehen, werde ich wohl kaum um externe Finanzspritzen herumkommen. Wer hingegen vorhat, sich mit einer Online-Agentur oder einen Webshop selbstständig zu machen, braucht kein großes Eigenkapital und sollte es lieber aus eigener Kraft versuchen.

Aus meiner Sicht bieten sich heute bei immer mehr Geschäftsmodelle, für die man sich ohne Eigenkapital selbstständig machen kann.

Gründen mit Komponenten anstatt Eigenkapital

Wer einmal ein Startup gegründet hat, kennt das unausweichliche Schicksal eines Businessplans:

Nach dem Sprung ins kalte Wasser der Realität ist der Businessplan zumeist in vielen Teilen obsolet.

Man ist erstmal heiß auf den Start und will alle Planungen so schnell wie möglich umsetzen. Doch im Praxiseinsatz zeigen sich oftmals diverse Bereiche der Unternehmensstruktur, die es umzubauen gilt. Sei es eine andere Technik für die Website, sei es ein wechselnder Personalbedarf, oder sei es schlicht die Größe der Büroräume.

Schlecht, wenn man jetzt auf auf Strukturen sitzt, die mit Eigenkapital teuer aufgebaut wurden, aber die eigentlich gar nicht mehr so richtig zum realen Leben des Startups passen.

Mieten statt Kaufen

Ein wirklich gutes Konzept, mit dem man sich sowohl flexibel und professionell, als auch ohne großes Eigenkapital selbstständig machen kann, ist das sogenannte „Gründen mit Komponenten“.  Anstatt von Investitionskosten heißt die Devise:

„Mieten statt Kaufen.“

Kopf schlägt Kapital

Standardwerk für Gründer, die sich ohne Eigenkapital selbstständig machen wollen

Populär wurde das Konzept durch den Bestseller Kopf schlägt Kapitalvon Günter Faltin. Der Entrepreneurship-Professor propagiert darin, Unternehmen baukastenartig aufzubauen. Das heißt, da wo es geht, keine eigenen starren Strukturen hochziehen, sondern auf Outsourcing-Dienstleister zu setzen und auf praktische Online-Tools mit denen man diese von überall aus koordinieren kann.

Komponenten und Weiterentwicklung ohne Eigenkapital bei MeinSpiel

In der Anfangsphase unseres Unternehmens MeinSpiel bestand unser Geschäftsmodell aus Spielen, die wir zunächst haben fertigen lassen, um sie anschließend zu verkaufen. Glücklicherweise haben wir uns dafür weder Produktionskapazitäten aufgebaut, noch Lagerhallen oder eine Logistikorganisation.

Stattdessen suchten wir uns zum Druck der Spiele einen etablierten Hersteller und ließen die Ware dann direkt an einen Lager- und Logistikdienstleister liefern. Von dort gingen die Spiele in die Läden, wobei der Dienstleister auch gleich die Rechnungsstellung miterledigte. Für eingehende Anrufe buchten wir später noch das ebuero hinzu, da wir uns damals kein eigenes Sekretariat aufbauen wollten.

Auch wenn wir heute unser Geschäftsmodell komplett auf kundenindividuelle Spiele umgekrempelt haben, sind wir weiterhin baukastenartig aufgestellt. Dabei besteht der Kern unseres Unternehmens aus der Produktentwicklung, dem Marketing, und dem Kundensupport. Alles weitere ist zu großen Teilen an kompetente Partner abgegeben.

Die ganze Story, wie wir uns weitgehend ohne Eigenkapital selbstständig gemacht haben, kannst Du hier nachlesen…

Eigene Kapazitäten später aufbauen, um Eigenkapital zu sparen

Aber bei aller Euphorie für das Konzept: Bei zwei Dingen, sind externe Komponenten nicht immer der Königsweg.

Irgendwann wird es möglicherweise Geschäftsfelder geben, in denen sich das Unternehmen zum einen langfristig etabliert, und auf denen sich zum anderen auch erhebliche Konkurrenz tummelt. In solch Situationen kann es auf Dauer günstiger werden, mit eigenem Personal oder mit eigenen Maschinen, bzw. eigener Software zu arbeiten.

  1. Um Kosten zu senken, und…
  2. um eigene Kompetenzen aufzubauen und auszuspielen, die andere nicht gleichzeitig mieten können.

Nur sind diese beiden Felder eben nicht gleich zum Start zwingend erforderlich, so dass es weiterhin auch ohne Eigenkapital möglich bleiben sollte, sich in solchen Geschäftsfeldern selbstständig zu machen.

Doch auch in der späteren Entwicklung eines Startups gibt es in vielen Bereichen keinen Grund auf externe Komponenten zu verzichten. So erspart man sich den Ballast eines lästigen Wasserkopfes am Unternehmen und kann gleichzeitig auf professionelle externe Ressourcen zurückgreifen.

Geschäftsmodelle zum Gründen ohne Kapital

Sich ohne Eigenkapital selbstständig zu machen, also auch auf externe Investoren zu verzichten, ist allein schon deshalb erstrebenswert, weil Du sofort loslegen kannst, ohne einen monatelangen Marathon der Kapitalakquise zu laufen.

Wenn ich als Gründer also sofort loslegen will und erstmal unabhängig ohne Eigenkapital starte, sollte die Geschäftsidee zunächst einmal möglichst gut zur Unternehmerpersönlichkeit passen. Doch mindestens genauso wichtig ist das Geschäftsmodell in Bezug auf die Art des Produkts und die Struktur des Startups. Denn daran entscheidet sich, ob ein Gründen ohne Eigenkapital überhaupt möglich ist.

Das Problem ist nur, dass Du Dich nicht mit jedem Geschäftsmodell ohne Eigenkapital selbstständig machen kannst.

Schade! Aber lassen wir solche Geschäftsmodelle mal beiseite, und schauen, bei welchen Geschäftsmodellen das Gründen ohne Eigenkapital überhaupt möglich ist.

Diese Liste der folgenden vier Arten von Geschäftsmodellen für eine Selbstständigkeit ohne Eigenkapital hat bei weitem keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es sind Wege, die sich in verschiedene Richtungen ausdifferenzieren lassen, die aber durchaus ohne externe Kohle machbar sind.

Agentur- und Projektgeschäft

Das Modell des Agentur- beziehungsweise Projektgeschäfts basiert darauf, etwas anzubieten, das man selbst leistet oder wiederum andere Auftragnehmer nach dem Kauf oder Auftrag ausliefern.

Einfaches Beispiel Webdesign-Agentur:

  • Kunde beauftragt Design einer Website.
  • Website wird speziell für den Kunden erstellt.
  • Kunde bezahlt.

Das Modell ist in keiner Weise innovativ, hat aber eben den Vorteil, dass sofort der Rubel rollt, ohne vorher eine wahnsinnige Infrastruktur oder ähnliches vorfinanzieren zu müssen.

Es stößt nur sehr schnell an seine Grenzen, wenn du alles selbst machen willst. Um das Modell skalierbar zu machen, sehe ich zwei wesentliche Punkte:

  • Möglichst mit Partnern zusammenarbeiten beziehungsweise Leistungserstellung (teilweise) outsourcen.
  • Leistungspakete und Auftragsprozesse standardisieren.

Software as a service (SAAS)

Eine der angenehmen Seiten von erfolgreichen SAAS-Modellen ist ein relativ stabiler Erlösstrom. Denn ist ein Kunde erstmal gewonnen, bleibt er in der Regel für Monate oder Jahre bei der Stange und sorgt damit für regelmäßige und kalkulierbare Einnahmen.

Die Herausforderung ist allerdings der erste Entwicklungsschritt beim Aufbau der Software, denn es kann ja erst Geld fließen, wenn du einen brauchbaren Service anbieten kannst. Von daher sind solche SAAS-Modelle ohne Eigenkapital sicher mit am schwierigsten umzusetzen, jedoch zeigt sich immer wieder, dass es doch funktionieren kann.

In Deutschland kann man dazu beispielweise das Zeiterfassungstool mite zählen oder den CRM-Anbieter CentralStationCRM.

Worauf kommt es hier also an, wenn Du Dich mit einem SaaS-Tool ohne Eigenkapital selbstständig machen willst?

  • Mit begrenztem Funktionsumfang beginnen, schnell erste Kunden finden, und nach deren Bedürfnissen weiterentwickeln
  • Bestimmte Funktionen in der Anfangsphase improvisieren, und wenn sie von den Usern angenommen werden, konventionell programmieren.

Arbitrage-Handel

Ähnlich wie beim Agenturmodell steht beim Arbitrage-Handel zunächst der Verkauf, und dann der Einkauf. Dabei muss es gar nicht zwingend um physische Güter gehen, genauso kannst du Dienstleistungen verkaufen, die du an anderer Stelle zu günstigen Konditionen selbst beauftragst.

Mit Arbitrage ist ganz einfach der Ausgleich von Preisunterschieden gemeint. Erzielen lassen sich diese in meinen Augen durch ein Bündel folgender Punkte:

  • Marktkenntnis: Beziehungen zu Großhändlern oder Auslandskontakte
  • Gutes Produktdesign und gute Verpackung
  • Marketing: Die Kunst einen besseren Weg zum Endkunden zu finden als der ursprüngliche Hersteller

Beratung

ohne eigenkapital selbstständig machen als berater

Eine gut gemachte WordPress-Website kann als Berater Dein zentrales Marketing-Tool sein.

Wer Beratungsdienstleistungen anbietet, braucht normalerweise keine großartige Infrastruktur. Eine gut gemachte WordPress-Website dürfte erstmal ausreichen. Schwieriger wird es sicherlich, die ersten Kunden zu akquirieren, aber darauf liegt ja beim Bootstrapping in der Anfangsphase ohnehin der Schwerpunkt.

Chris Guillebeau hat dazu in seinem Buch “100-$-Startup” das Modell des “Instant Consultant” vorgestellt, eine Art Bauplan für die eigene Consulting-Firma.

Problematisch kann beim Thema Consulting sicher die Skalierung werden, denn eine echte Expertise lässt sich nicht so leicht outsourcen.

Was sind die weiteren Engpässe?

  • Aufbau von qualifizierter Expertise und entsprechender Reputation
  • Leistungspakete und Auftragsprozesse standardisieren

Mindset – Selbstständig machen ohne Eigenkapital mit der richtigen Einstellung

Die Formel zum Selbstständig machen ohne Eigenkapital mag auf den ersten Blick trivial aussehen: Es geht schlicht darum, ein Startup ohne größere Investitionen in den Markt zu bringen, um es mit eigenen Erlösen weiterzuentwickeln.

Doch vielleicht ist es gerade diese Einfachheit, die einige grundlegende Dinge ausblendet. Denn es spielt auch das richtige Mindset eine wichtige Rolle beim Bootstrapping:

  • Mit welcher Grundeinstellung gehe ich an ein Projekt ohne Eigenkapital heran?
  • Worüber muss ich mir im Vorfeld klar sein?
  • Welche Erwartungen sind realistisch, welche sind unrealistisch?

Welche Faktoren gehören nun zu diesem Mindset des Gründens ohne Eigenkapital?

Markttests statt Perfektionismus

Es kommt nicht auf Das perfekte Produkt oder die perfekte Startup-Infrastruktur an, sondern darum so schnell wie möglich in den Markt zu kommen, um sich mit ersten Umsätzen weiterzuentwickeln.

Schlüsselfaktor Marketing

Marketing ist beim Gründen ohne Eigenkapital DIE zentrale Unternehmensfunktion. Denn: Ohne Marketing, keine Umsätze.

Schon vor dem Start solltest Du mögliche Marketing-Kanäle identifizieren, die es dann nacheinander zu testen gilt.

Prozesse anfangs selbst durchlaufen

Outsourcing oder Delegation an Mitarbeiter oder Partner sind in vielen Bereichen (vor allem im Marketing) erst der zweite Schritt.

Wer glaubt, schön in der Komfortzone bleiben zu können, um sich nicht auch selbst die Hände schmutzig zu machen, tappt schnell in die Bequemlichkeitsfalle.

Vergiss getting rich quickly

Selbstständig machen ohne Eigenkapital impliziert die Notwendigkeit, sich auf erste Umsätze zu fokussieren. Das hat aber rein gar nichts zu tun mit schell reich werden. So etwas versprechen nur Scharlatane und Vollidioten.

Beim Gründen ohne Eigenkapital (so wie ich es interpretiere) geht es stattdessen um das Aufbauen von nachhaltigen und nutzenstiftenden Geschäftsmodellen.

Erlöse reinvestieren

Gründen mit maximal 1.000 Euro heißt nicht, dass man insgesamt nur Ausgaben in diesem Maße hat. Sobald die ersten Umsätze reinkommen, gilt es diese zu großen Teilen zu reinvestieren.

Die 1.000 Euro müssen für die reine Infrastruktur reichen, um ein Produkt in den Markt zu bringen und mit ersten Low- und No-Budget-Marketing-Aktionen zu testen. Für die Weiterentwicklung und das kontinuierliche Marketing ist logischerweise auch ein permanenter  Zustrom an Erlösen nötig, der somit die Lebensader des Startups darstellt.

Schlüsselfunktion Marketing

Wie oben schon angedeutet, steht eine Komponente für jeden Gründer von Anfang an im Mittelpunkt, wenn es darum geht, sich ohne Eigenkapital selbstständig zu machen. Und diese Komponente heißt: Umsatz.

Umsätze sind die Lebensader Deines Unternehmens. Diese Lebensader pulsiert nur mit dem Gewinnen von Kunden. Und dazu bedarf es funktionierender Marketing-Tools und -Methoden.

Das treibende Element, das jeder Gründer und auch jeder erfahrende Unternehmer deshalb braucht, ist ein digitales Marketing-Instrumentarium, das systematisch neue Kunden hervorbringt. Welches Instrumentarium brauchst Du also konkret, um Dein Business dauerhaft ohne Eigenkapital weiterentwickeln zu können?

Ohne Eigenkapital selbstständig gemacht, und dann?

Ich halte das Gründen ohne Eigenkapital für einen idealen Weg, um ins Online-Business einzusteigen. Doch egal, ob Du noch am Aufbau Deines Business arbeitest oder bereits ein bestehendes Business betreibst – Du brauchst ein schlagkräftiges digitales Marketing, um damit auch ohne Eigenkapital-Spritzen zu wachsen.

Es geht also sehr schnell nicht mehr nur um reine Geschäftsmodelle und Strategien zur Gründung ohne Eigenkapital, sondern um Kundengewinnung.

Nach dem Start in den Markt steht quasi als logischer nächster Schritt die Kundengewinnung auf dem Programm. Und oft muss beides auch gleichzeitig laufen.

Im Folgenden möchte ich dazu auf das Marketing eingehen, speziell für Gründer, die sich ohne Eigenkapital selbstständig machen. Damit Du damit möglichst schnell starten kannst, sollten die Methoden generell zweierlei Voraussetzungen erfüllen:

  1. Die Tools und Methoden sind mit einer WordPress-Website umsetzbar.
  2. Jeder Gründer kann sie ohne Programmier- oder sonstige Spezialkenntnisse anwenden.

Kundengewinnung ohne Marketing-Strohfeuer

Ein funktionierendes Online-Business ist angewiesen auf einen steten Zufluss an Kunden und Erlösen. Die Frage ist:

Wie kannst Du regelmäßig Kunden gewinnen, ohne immer auf´s Neue mit viel Aufwand und eventuell neuem Kapital-Einsatz ein Marketing-Strohfeuer abbrennen zu müssen? 

Mit Marketing-Strohfeuer meine ich einzelne Aktionen wie beispielsweise Messen oder Post-Sendungen, die jeweils immer nur über einen bestimmten Zeitraum wirken und dabei einen Wahnsinnsaufwand erfordern.

Ich weiß aus leidlicher Erfahrung, wovon ich spreche. In meinen ersten Business-Jahren habe ich häufig auf solche Aktionen gesetzt. Letztlich bringen sie zwar auch neue Kunden, doch auf die Dauer wird es einerseits immer schwieriger, neue Aktionen zu kreieren, und auf der anderen Seite binden die Aktionen einfach zuviel Arbeitszeit.

Das Gegenmodell zu solchen Einzelaktionen ist eine Online-Marketing-Infrastruktur, die stetig neue Interessenten bringt und zu Kunden macht.

Digitale Sales Funnels und Inbound Marketing

Oh nein, jetzt geht´s hier doch noch los mit Fachchinesisch!

sales funnel - ohne eigenkapital aufzubauenNein, keine Sorge, ich will versuchen auch weiterhin die Dinge möglichst verständlich runterzubrechen und für jeden Gründer umsetzbar zu machen.

Die beiden Begriffe aus dieser Zwischenüberschrift „Digitale Sales Funnels“ und „Inbound Marketing“ beschreiben grob gesprochen ein System aus Deiner Website und damit verknüpften Online-Marketing-Tools. Mit diesem System führst Du Leute Deiner Zielgruppe an Dich und Dein Angebot heran und machst sie zu Kunden oder im besten Falle sogar zu Stammkunden.

Es geht also um Online-Marketing-Strategien und die dazu erforderlichen Tools. Wie das Ökosystem aus Online-Tools generell wächst, entstehen hier ebenso immer neue Instrumente, mit denen Du Dein Business nach vorn bringen kannst.

Die Rolle von WordPress

Was hat jetzt eigentlich WordPress mit der ganzen Sache zu tun? Ganz einfach:

Gerade für Solopreneure und kleine Teams, die sich ohne Eigenkapital selbstständig machen, ist WordPress in meinen Augen das ideale System.

Du kannst entweder in Eigenarbeit oder ansonsten auch recht günstig eine professionelle Website aufbauen. Diese Website bildet normalerweise die Basis Deines Online-Marketings.

Hier kannst Du Dich und Dein Angebot vorstellen, hier kannst Du Reichweite und Interessenten gewinnen. Und Du kannst diese damit gezielt in Dein digitales Marketing- und Verkaufssystem überführen. Deshalb lege ich im Online-Marketing meinen Schwerpunkt auf die Marketing-Methoden und Tools, die Du in Verbindung mit Deiner WordPress-Website selbst bewerkstelligen kannst.

Setze daher bei möglichst all Deinen Online-Marketing-Aktionen hier an:

  • Willst Du einen Blog erstellen, dann drängt sich Deine WordPress-Website dazu quasi auf.
  • Willst Du externe Kampagnen wie Adwords etc. starten, dann stehen diese normalweise ebenso in Verbindung mit bestimmten Produkten oder Leistungen auf Deiner Website.
  • Genauso kann es sich aber auch mit externen Tools verhalten. Setzt Du auf einen Newsletter, dann nimm am besten eine Online-Software, die sich gut in Deine WordPress-Seite intergrieren lässt, wie beispielsweise Cleverreach, mit der ich recht gute Erfahrung gemacht habe.

Kapital aufnehmen zum Skalieren im zweiten Schritt

Die einen besorgen sich externes Geld gegen Anteile. Die anderen bauen ihr Produkt, ihre Plattform und alles weitere aus eigener Kraft und ohne Eigenkapital. Zwei Konzepte, die widersprüchlicher kaum sein können. Und als besser kann man vielleicht auch keines bezeichnen. Es sind einfach unterschiedliche Ansätze für unterschiedliche Zwecke.

Doch so unterschiedlich sie auch sind, will ich behaupten, dass sie sich auch sehr wohl verbinden lassen.

Nicht gleichzeitig. Denn wer sich ohne Eigenkapital selbstständig macht, ist in der Startphase per se nicht auf Fremdkapital angewiesen.

Genauso muss sich das extern finanzierte Startup nicht über Auftragsgeschäft oder anderes von Meilenstein zu Meilenstein hangeln, denn Geld für Mitarbeiter, Technik und alles andere ist erstmal da.

Betrachtet man die Konzepte aber nacheinander, kann ein Schuh drauf werden. Entscheidend ist die Entwicklungsphase, in der man sich als Startup gerade befindet.

Ohne Eigenkapital starten, später fremd finanzieren

Der Vorteil beim Gründen ohne Kapital, liegt zunächst einmal darin, dass man unabhängig bleibt, und seine Unternehmsanteile für sich behält. Im Idealfall schafft es ein Startup so, das eigene Produkt in den Markt zu bringen und profitabel zu werden. Alles schön erstmal.

Jetzt kann es aber naheliegend sein, das Ganze zu internationalisieren oder hinsichtlich Technik und Marketing auf eine komplett neue Stufe zu heben.

Wer das immer noch aus laufenden Umsätzen stemmt, kann froh sein. Doch vielfach wird hier eine externe Finanzspritze effektiver sein.

Proof of Concept verbessert Position gegenüber Investoren

Im Gegensatz zur Fremdfinanzierung von Anfang an, hat man jetzt aber ein Pfund gegenüber Investoren in der Hand, das die eigene Position hinsichtlich der Anteilsverteilung deutlich verbessern dürfte. Nämlich den Proof of Concept – den Beweis, dass das Geschäftsmodell funktioniert.

Und nicht nur das. Mit den Markt-Erfahrungen aus der Bootstrapping-Zeit ist das ganze Modell in dem Moment auch wesentlich berechenbarer, was die Zukunkftsprognosen angeht.

Die Chancen auf eine faire Finanzierung mit objektiveren Maßstäben steigen logischerweise, je erfolgreicher man zu Beginn mit dem Bootstrapping-Ansatz agiert. Für Wachstumsschübe in komplett neue Dimensionen kann Geld von extern dann sinnvoll sein, sofern sich das Geschäftsmodell für einen internationalen oder andersartigen Vorstoß in neue Dimensionen eignet.

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