Inbound-Marketing-Plattform Chimp – Ein Blick hinter die Kulissen mit Macher Vladislav Melnik

Von
Vladislav Melnik

Vladislav Melnik – Einer der beiden Köpfe hinter „Chimp“

Vom erfolgreichen Bloggen (Affenblog) zum Inbound Marketing (Chimp)- das ist der Weg, den Vladislav Melnik derzeit beschreitet. Ziel seines Weges ist nichts weniger als die Erschaffung einer kompletten Inbound-Marketing-Plattform, und auf dem Weg dorthin ist er schon verdammt weit!

Ich konnte mich kürzlich selbst mit einem Einblick in den aktuellen Stand von Chimp überzeugen, welche Vielfalt an Funktionen Chimp bietet. Aber besser erklären kann das wohl Vladi selbst. Deshalb hab´ ich ihn dazu interviewt:

Hallo Vladi, wie würdest Du Chimp in einem Satz erklären?

In nur einem Satz? Das ist relativ einfach, das ist unsere Positionierung:

„Chimp ist die Inbound-Marketing-Plattform für kleine Unternehmen“.

Wie seid Ihr auf die Idee zu Chimp gekommen?

Ende des letzten Jahres saß ich da und stellte fest, dass das Wachstum des affenblogs nicht mehr weiterging. Wir waren mit 10.000 Abonnenten Deutschlands größter Blog über professionelles Bloggen und irgendwie angekommen. Also überlegte ich mir, was man dagegen machen könnte. Generell macht man sich ja gegen Ende des Jahres immer Gedanken, was man nächstes Jahr für Ziele hat.

Irgendwie habe ich auch gemerkt, dass die Herausforderung weg war. Das Ziel und die Vision des affenblogs war erfüllt. Aber ich bin ein Mensch, der eine spannende Herausforderung braucht. Deshalb habe ich nach dem nächsten großen Coup gesucht (auch wenn ich mich im Moment nach den schönen ruhigen Zeiten sehne).

Generell lausche ich immer den Unterhaltungen im Markt und mir ist aufgefallen, dass das Thema „Marketing Automation“ sehr heiß war und immer noch ist. Also habe ich weiter in diese Richtung recherchiert und mir vor allem Inbound-Marketing-Plattformen angeschaut. Ich bin selbst Teil des Marktes und finde die Idee, dass man alles an einem Ort hat und alles perfekt miteinander harmoniert sehr geil.

Bei dieser Recherche ist mir aufgefallen, dass im Enterprise-Segment der Drops schon gelutscht ist: IBM und Oracle haben bereits Startups gekauft. Auch im Mittelstand- Segment ist HubSpot sehr aktiv und gut finanziert. Aber kleine Unternehmen, darauf hat sich bis jetzt noch niemand fokussiert. Weltweit!

Daraufhin machte ich mir Pläne, wie ich in den nächsten 5 Jahren dahinkommen könnte. Wie der Zufall es so wollte, kam einige Wochen später Nico Puhlmann auf mich zu, der Stetic (eine Analytics-Software) betrieb. Schnell kamen wir ins Gespräch und haben uns nach ein paar Telefonaten darauf geeinigt, das Ganze gemeinsam zu machen. Unsere Kompetenzen und Assets haben sich einfach perfekt ergänzt.

Was bedeutet für Dich eigentlich „Inbound Marketing“ konkret?

Inbound Marketing ist eine spannende Sache. Ich glaube fest daran, dass es die Zukunft des Marketings ist. Vor allem für kleine Unternehmen.

Um Inbound zu erklären, schauen wir uns zuerst das Gegenteil, also Outbound Marketing, an. Outbound Marketing ist das klassische Marketing, mit dem wir aufgewachsen sind: Fernsehwerbung, Powerwurfsendungen, Bannerwerbung etc. Also alles, was deinen Kunden unterbricht und ihn, im Grunde gesagt, nervt.

Beim Inbound Marketing dagegen fokussierst du dich darauf, dass du deine Kunden anziehst. Sie kommen freiwillig zu dir und schenken dir freiwillig ihre Aufmerksamkeit. Damit sie das aber tun, brauchst du etwas. Du brauchst Content, kostenlose hochwertige Inhalte, die Mehrwert liefern. Content ist auch der Grund, warum Menschen TV, Zeitungen oder Magazine konsumieren.

Genauer gesagt sieht der Inbound-Marketing-Prozess so wie in diesem Bild hier aus:

inbound marketing prozess

Inbound-Marketing-Prozess

Wir fangen immer mit einem potenziellen Kunden an, der uns fremd ist. Dieser wird jetzt mit hochwertigem Content angezogen. Der Content wird dabei über Blogs, Suchmaschinen und Social Media verbreitet.

Danach erhältst du einen Besucher, der jetzt zu einem Abonnenten (in der Regel E-Mail) konvertieren muss. Das machst du mit Calls to Action (direkten Handlungsaufforderungen), Formularen und Landing Pages.

Nachdem du einen Abonnenten „generiert“ hast, festigst du die Beziehung zu deinem potenziellen Kunden. Das machst du, indem du ihm weiterhin hochwertige Inhalte sendest. Gerne kannst du hier auch mit Automatisierung arbeiten und am Ende auf eine Landing Page leiten, wo du dein Produkt oder deine Dienstleistung anbietest.

Nachdem die Person nun zum Kunden wurde, darfst du nicht aufhören. Hier solltest du die Beziehung nicht nur festigen, sondern solltest dafür sorgen, dass du deinen Kunden begeisterst. Erst dadurch wird er zum Markenbotschafter, der dann wiederum neue fremde potenzielle Kunden anziehst. Im Grunde musst du hier nur deine Kunden immer besser kennenlernen und immer besseren Mehrwert liefern. Deshalb arbeitest du hier mit Umfragen, Social Media Monitoring und Personalisierung (falls möglich).

Stichwort Zielgruppe: Für welche Art von Unternehmen baut Ihr das Tool?

Wie bereits angedeutet, fokussieren wir uns mit Chimp nur auf kleine Unternehmen. Diese Zielgruppe beginnt bei Solopreneuren, Freelancern und Startups und geht hoch bis zu typischen kleinen Unternehmen wie z. B. einer Unternehmensberatung mit 20 Mitarbeitern.

Auch klingen „kleine Unternehmen“ immer so winzig. Aber wir richten uns da an die Definition der EU. Dementsprechend sind das Unternehmen mit weniger als 10 Millionen € Umsatz und weniger als 50 Mitarbeitern. Das sind gar nicht so kleine Läden. Davon gibt es auch in Deutschland alleine mind. 500.000. Wenn du Österreich und Schweiz hinzuzählst, bist du bei über 1 Million. Das ist ein ordentlicher Markt. Und wenn es irgendwann nicht mehr ausreichen sollte, gibt es immer noch Abermillionen von kleinen Unternehmen auf der ganzen weiteren Welt.

Was kann man alles mit Chimp machen?

Alles! 😉 Haha, nicht ganz! Das ist immer unser Ziel, da wir eine Plattform sind und Plattformen immer möglichst sehr viel sehr gut abbilden müssen. Das ist natürlich nicht immer so einfach, vor allem bei mangelnden Ressourcen. Dennoch klappt das bis jetzt ganz gut.

Im Grunde lässt sich Chimp in folgende fünf Bereiche einteilen:

  • Design – Hier kannst du mit unserem Chimp Builder individuelle Designs per Drag and Drop zusammenklicken.
  • Content – Hier kannst du deine Inhalte direkt in Chimp recherchieren, erstellen und promoten.
  • Community – Hier kannst du dich effizient mit deinem Publikum austauschen (momentan nur Kommentare).
  • Conversion – Hier kannst du mit dem Chimp Builder individuelle Calls to Action, Formulare und Landing Pages erstellen.
  • Analytics – Hier bekommst du die wichtigsten Analytics schön einfach dargestellt.

Somit hast du alles wichtige, was du für dein Inbound Marketing brauchst, an einem zentralen Ort.

E-Mail-Marketing würden wir schon gerne in der ersten Version anbieten, das wäre aber zu viel. Unser MVP ist bereits zu umfangreich. Deshalb muss man momentan noch den Umweg über andere Anbieter gehen. Aber hier haben wir MailChimp, Active Campaign und CleverReach direkt integriert.

Könnte man die Funktionen nicht einfach auch an eine WordPress-Website andocken, oder warum habt Ihr gleich eine komplett neue Plattform erschaffen?

Inbound Marketing mit WordPress ist momentan der Status quo bei kleinen Unternehmen. Aber ich weiß, was das für ein unprofessioneller Bastelkram ist, wie viel wertvolle Zeit dabei verloren geht und wie emotional anstrengend der Technikstress ist. Das ist auch für mich sehr anstrengend gewesen. Ich will nicht Basteln. Ich will jemandem Geld bezahlt, der für mich das technische Denken abnimmt, damit ich mich auf das Tagesgeschäft fokussieren kann. So was habe ich mir gewünscht. Und da es niemand machen wollte, machen wir es jetzt einfach.

Rein technisch haben wir auch zuerst überlegt, auf WordPress aufzusetzen. WordPress ist cool und ich liebe Open Source. Aber Open Source hat auch immer Nachteile, denn da basteln zu viele Köche an einem Brei. Dementsprechend gibt es zwar alles Erdenkliche, aber so wirklich gut und problemfrei funktioniert kaum etwas.

Wir haben uns auch Systeme angeschaut, die auf WordPress aufsetzen und das hat man schnell gemerkt. Es war einfach ein schönes WordPress, mehr aber auch nicht. Das Problem beim Aufsetzen auf WordPress wäre, dass es zu starr ist. Von Null anzufangen war zwar mehr Aufwand, aber wir haben jetzt die komplette Freiheit und können uns perfekt um die Bedürfnisse unserer Kunden schmiegen.

Natürlich ist das gleichzeitig auch eine Hürde, weil du zu uns umziehen musst. Aber hier kannst du erstmal z. B. nur deinen Content Hub (also deinen Blog) über uns laufen lassen. Außerdem haben wir auch ein WordPress Plugin erstellt, womit du Beiträge, Seiten, Kommentare etc. importieren und exportieren kannst. So hast du das Wichtigste, deinen Content, immer da, wo du es haben möchtest. Egal ob bei WordPress, oder bei Chimp.

Wer ist das Team hinter Chimp?

Wie bereits erwähnt stecken hinter Chimp momentan Nico Puhlmann und ich. Nico hat über 20 Jahre Erfahrung als Coder und hat Stetic entwickelt, dass perfekt in Chimp integriert werden kann. Außerdem bietet Stetic bereits viele Features, die wir für Chimp brauchen.

Ich habe dagegen 10 Jahre Design und 5 Jahre Inbound Marketing gemacht. Außerdem habe ich mit dem affenblog eine starke Marke und ein recht großes Publikum aufgebaut. Diese Erfahrung, Kompetenzen und Assets führen wir nun zusammen und machen da Chimp draus.

Auch haben wir keinen Investor oder Business Angel, sondern sind am bootstrappen. Wir haben momentan alle Ressourcen, um die ersten Schritte zu gehen. Wir brauche nur noch etwas Zeit.

Ihr wollt Eure Erfahrungen beim Aufbau vom Chimp und absolut transparent machen in Eurer „Startup Journey“. Was können wir da erwarten?

Ja, das ist wirklich eine spannende Sache! Wir berichten live und von Anfang an von unserer Startup Journey und sind dabei 100% transparent. Das heißt, wir teilen alle Höhen und Tiefen mit dir und geben auch Einblicke in Kosten, Umsatz und Gehalt. So offen ist meines Wissens nach kein Startup im deutschsprachigen Raum. Das spielt uns auch gut in die Karten, weil unsere Kunden uns viel Vertrauen entgegen bringen müssen. Um das zu erleichtern, spielen wir mit komplett offenen Karten.

Zusätzlich sorgen wir damit vielleicht für etwas Aufmerksamkeit. Wir haben jetzt die einmalige Gelegenheit, wirklich die komplette Unternehmensgeschichte zu dokumentieren und unsere Learnings zu teilen. So haben wir z. B. schon darüber berichtet, wie Chimp entstanden ist, welche Fehler wir bis jetzt gemacht haben und wie wir die ersten 1.000 Anmeldungen für unsere Beta bekommen haben.

Was sind Eure nächsten kritischen Schritte mit Chimp?

Die Tore der Closed Beta wurden gerade geöffnet und jetzt sammeln wir erstmal Feedback. Wir schauen, was nicht so gut läuft und noch unbedingt verbessert werden sollte. Kurz danach möchten wir schon offiziell Mitte November (oder spätestens Ende November) an den Start gehen.

Danach kommen noch so schnell wie möglich ein paar wichtige Features hinzu. Zu aller erst, wie schon angesprochen, kommt ein eigenes E-Mail-Marketing. Die momentane Situation mit der Einbindung des externen Anbieters ist eine kleine Hürde im Workflow, die noch etwas stört. Das erfüllt noch nicht so ganz unserem Anspruch der Einfachheit.

Abschließend folgt noch ein Social Media Management, um alle Social Media Mentions in unserer Community Inbox zu finden und diese effizient abarbeiten oder jemand anderes zum Beantworten zuordnen zu können. Auch kommt passend dazu ein Influencer Mangement, um immer auf dem Laufenden zu sein und sich regelmäßig mit seinen Einflussnehmern auszutauschen.

Oh ja, darauf freue ich mich besonders!

Vladi, ich danke Dir für diese Einblicke in Eure neue Inbound-Marketing-Plattform, und ich drück´ Dir zum Start beide Daumen!

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1 Kommentar

  • on 16. November 2016 Antworten

    Chimp… Sieht gut aus – sehr gut sogar! Lass mich noch ein bisschen weiter mit WordPress basteln, aber es ist gut möglich, dass mir das Plugin-suchen-und-ausprobieren bald einfach reicht und ich zu Chimp rüber wandere

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