Ebook-Erfahrungsbericht – Wie ich mein Ebook geschrieben, gestaltet und vermarktet habe

Von

Seitdem ich vor kurzem mein Ebook „Der Geschäftsmodell-Fahrplan“ veröffentlichte, kommen immer wieder Leser auf mich zu, die auch etwas über den Entstehungsprozess des Ebooks und die Vermarktung wissen wollen:

Wie habe ich das Ebook geschrieben?

Auf welche Tools und Partner habe ich bei der Gestaltung gesetzt?

Warum habe ich mich für eine Eigenvermarktung des Ebooks abseits von Amazon entschieden? 

All diese Fragen möchte ich heute einmal gebündelt beantworten, und so ein paar Einblicke hinter die Kulissen der Ebook-Erstellung und -Vermarktung geben.

Konzept für das Ebook

Den Anfang macht eine Idee aus dem Kernthema meines Blogs: Bootstrapping. Der Begriff steht zunächst einmal für das Entwickeln von Geschäftsmodellen und Aufbauen von Unternehmen ohne externes Kapital, also aus eigener Kraft.

So viele Facetten das Thema Bootstrapping auch bietet, aus denen ich einzelne Blogposts schreiben kann, so sehr erschien es mir als sinnvoll, bestimmte Dinge einmal systematisch und gebündelt darzustellen.

Um wirklich ernsthaft in das Entwickeln von Geschäftsmodellen einzusteigen, reicht das Lesen einzelner Blogposts definitiv nicht aus. Ein Ebook ist für eine solch umfassende Beschäftigung mit diesem Thema wesentlich besser geeignet.

Als nächstes fragte ich mich, welche spezielle Ausrichtung das Ebook bekommen sollte. Denn ich wollte auf keinen Fall ein weiteres allgemeines Geschäftsmodell-Buch verfassen, von denen es schon so viele in Form von Existenzgründungsratgebern et cetera gibt. Meine Gedanken dazu waren deshalb folgende:

Gerade Solopreneure (für die ich ja hauptsächlich schreibe) haben dann im Markt gute Erfolgschancen, wenn sie die Vorteile ihrer eigenen Persönlichkeit ausspielen. Wenn sie also nicht auf die aktuell gängigen Markttrends setzen, sondern ein Geschäftsmodell kreieren, das wirklich zu ihnen als Person passt. Der Schwerpunkt war damit gefunden.

Doch einzig die Orientierung der der eigenen Persönlichkeit reicht nicht aus. Zu groß ist dabei die Gefahr, auf Geschäftsmodelle zu setzen, die keinerlei Bedarf im Markt haben. Zur Seite stellen wollte ich dem ganzen daher eine Marktcheck-Komponente.

Beide Schwerpunkte spiegeln sich letztlich im Untertitel des Geschäftsmodell-Fahrplans wider: „Finde profitable Business-Ideen, die genau zu Dir passen!“ Bis zum fertigen Titel war es aber noch ein weiter Weg. Dazu später mehr.

Gliederung des Ebooks

Nun ging es an die Gliederung des Ebooks. Welche Themen und Fragestellungen greife ich auf? Und wie stelle ich alles in eine sinnvolle Systematik?

ebook inhaltHast Du selbst vor, mal ein Ebook zu verfassen, kann ich nur empfehlen, auf diesen Part genügend Zeit und Überlegungen einzuplanen. Hier habe ich sozusagen das Gerüst des Ebooks gebaut.

Als Tool habe ich dazu Trello genutzt. Für die Oberkapitel „Mindset“, „Positionierung“, „Ideen“ und „Marktcheck“ habe ich jeweils eine Liste auf einem Board angelegt und in die Listen Karten mit Unterkapiteln gesetzt. Diese Unterkapitel-Karten konnte ich so einfach hin- und herschieben, um damit irgendwann die fertige Struktur zu finden.

Leser befragen

Erst nachdem ich bereits angefangen hatte zu schreiben, nutzte ich ein weiteres Mittel zur Gliederung und thematischen Justierung, das eine enorme Wirkung hatte: Eine Leserbefragung.

Ich baute ein simples Formular, mit dem jeder AUTAAK-Leser mir zwei Fragen senden konnte, die ihm in Sachen Geschäftsmodell-Entwicklung am meisten unter den Nägeln brennen. Die Umfrage publizierte ich mit diesem kurzen Blogpost. Vom Feedback auf diese Mini-Aktion war ich wirklich baff. Über 200 Fragen erreichten mich auf diese Weise, die mir den Bedarf nach Antworten im Bereich der Geschäftsmodell-Entwicklung detailliert vor Augen führten.

Vielen Dank an dieser Stelle nochmal für die vielen detaillierten und konkreten Fragen und Denkanstöße!

Ich steckte fortan einige Stunden in das Sortieren und Auswerten jeder einzelnen Frage. Im Ergebnis wurde mein Ebook dadurch um einige Kapitel erweitert, und in anderen bereits bestehenden Kapiteln konnte ich so den Fokus teils umstellen, um ihn klar auf die drängendsten Leserfragen zu legen.

Im Nachhinein war diese Leserbefragung eine der wichtigsten Aktionen im Rahmen der gesamten Ebook-Erstellung. Beim nächsten mal würde ich eine solche Befragung noch deutlich früher machen, um von Anfang an das Konzept daran passgenau zu orientieren.

Schreibprozess

Zur Konzeption und Gliederung eignete sich Trello wirklich gut, allerdings musste ich mir zum Schreiben natürlich ein neues Tool suchen. Ich entschied mich für Google Docs, da es mir vertraut war und einfach zu handhaben ist.

Das war nicht unbedingt die beste Entscheidung.

Zu Beginn des Schreibprozesses lief es mit dem Google-Tool noch recht flüssig. Ich legte zunächst für jedes Kapitel ein eigenes Dokument an und verknüpfte es mit der zugehörigen Kapitel-Karte bei Trello. So war ich in der Kapitelstrukturierung sehr flexibel und profitierte von der Einfachheit von Google Docs beim Schreiben.

Allerdings zeigten sich mit der Zeit immer stärker die Schwächen von Google Docs. Gerade wenn es um das Hantieren mit großen Textmengen, mit Bildern und Formatierungen geht, war das Tool recht schwerfällig und unflexibel. Von daher wäre wohl ein Tool wie beispielsweise Scrivener besser gewesen. Aber egal, wichtiger als das Tool ist das Schreiben selbst.

Zur Zeiteinteilung beim Schreiben kann ich grundsätzlich empfehlen, dieses in größeren zusammenhängenden Blöcken zu organisieren. Ich habe dafür meist einige Stunden am Vormittag geblockt, wodurch ich mich intensiv jeweils einem Kapitel widmen konnte.

Da ich daneben natürlich weiter an meinen Unternehmen MeinSpiel und UltraPress arbeitete, konnte ich nicht jeden Vormittag schreiben. Das Schreiben funktionierte so auch gut, allerdings würde ich die Idealform schon darin sehen, zeitlich noch komprimierter zu schreiben. Am besten irgendwo eine Hütte in der Wildnis mieten, und dann nur auf das Schreiben konzentrieren.

Feedbackschleife und Lektorat

Wer lange vor sich hinschreibt, kann auch irgendwann zu sehr abschweifen oder eine Sprache anschlagen, die für die meisten Leser als Fachchinesisch daherkommen könnte. Umso wichtiger war es deshalb für mich, am Ende des Schreibprozesses nochmal Input von außen einzuholen.

Zum einen zeigte ich meinen Entwurf einigen netten Branchenkollegen, die mir nochmal wichtige Hinweise zum Feinjustieren und Titel-Ideen gaben. Außerdem gaben sie mir Statements für die Landingpage des Ebooks, was die Vermarktung des Ebooks sicher gut unterstützte.

Zum anderen widmete sich meine liebe MeinSpiel-Kollegin Katja als gelernte Lektorin dem grammatikalischen Feinschliff. Neben einer qualitativen Überarbeitung, die gar nicht hoch genug einzuschätzen ist, gab sie mir auf dem Wege ebenso weitere Anstöße zu Umstellungen einiger Textpassagen, deren Notwendigkeit ich in meiner Betriebsblindheit niemals so gesehen hätte.

Vielen Dank auch hier nochmal an alle Beteiligte!

Design und Layout des Ebooks

Bei der optischen Gestaltung des Ebooks – sowohl innen, als auch außen – stellte sich für mich die Frage: Was mache ich selbst, und was ist bei anderen besser aufgehoben.

Die innere Gestaltung, also insbesondere die Textformatierung habe ich schließlich trotz aller Schwächen von Google Docs selbst übernommen. Die Cover-Gestaltung wollte ich dann jedoch lieber in professionelle Hände legen.

Mein alter Bekannter Martin übernahm diese Aufgabe mit seinem Team der Agentur sygnal. Eine gute Entscheidung, wie ich fand. Um das eigene Werk nach außen professionell abzurunden und nicht zuletzt auch vermarktungsfähig zu machen, lohnt sich in meinen Augen schon die Investition des einen oder anderen Euros.

Ebook-Vermarktung: Amazon vs. eigener Kanal

„Warum verkaufst Du Dein Ebook eigentlich nicht über Amazon?“ – Eine Frage, die mir in letzter Zeit häufig gestellt wurde. Und ja, die große Plattform erscheint natürlich reizvoll, was die Vermarktung angeht. Warum ich letztlich einen anderen Weg gewählt habe, hatte in erster Linie zwei Gründe:

  1. Ich wollte den Kontakt zu den Lesern so eng wie möglich halten. Bei Amazon verkaufe ich über einen anonymen Marktplatz, ohne jeglichen Kontakt zum Leser. Und ich muss einen nicht unerheblichen Anteil meiner Erlöse an Amazon abgeben. Mit einem eigenen Vermarktungskanal kann ich den Kontakt zum Leser aufrecht erhalten. Gibt es beispielsweise Überarbeitungen oder inhaltliche Erweiterungen, kann ich diese jedem einzelnen Ebook-Käufer zukommen lassen.
  2. Ich kann das Marketing mit einem eigenen Kanal wesentlich besser steuern. Für den Verkauf meines Ebooks nutze ich den Woocommerce-Shop meines WordPress-Dienstleisters UltraPress. Damit kann ich genau sehen, welche Marketing-Aktionen funktionieren, und welche nicht. Ich kann die Aktionen feinjustieren, ich kann mit flexiblen Rabatten und Gutscheinen arbeiten, und ich kann Partner in die Vermarktung via Partnerprogramm einbeziehen.

Um für das Ebook einen echten Launch zu planen, habe ich mir übrigens das Buch „Launch“ von Jeff Walker reingepfiffen, das es auch in deutscher Version gibt. Es ist sehr amerikanisch verfasst, was vom Stil her nicht jedem liegt, was aber halt auch eine wirklich starke Praxisorientierung mit sich bringt. Von daher kann ich das Ding durchaus empfehlen.

Fazit

Zum Schreiben eines eigenen Ebooks empfiehlt es sich, einen größeren Zeitblock dafür freizuschaufeln oder zumindest eine Routine mit Zeitblöcken von jeweils mehreren Stunden einzurichten.

Ich würde immer wieder gezielt Input von außen einbeziehen. Sowohl die Meinung der potenziellen Leser, als auch die Hilfe von Grafikern und anderen Profis bringen ein solches Projekt immer ein gutes Stück nach vorn.

Wirtschaftlich kann ein solches Projekt ebenso erfolgreich sein. Da ich mit dem AUTAAK-Blog bereits mehrere Tausend Newsletter-Abonnenten hatte, war damit bereits der Grundstein gelegt. Ohne diesen großen Verteiler wäre eine erfolgreiche Vermarktung des „Geschäftsmodell-Fahrplan“ in dieser Form nicht möglich gewesen. Und ich hätte ansonsten sicher auch Amazon als Vermarktungskanal gewählt, so konnte ich aber ganz unabhängig mein Ebook vermarkten.

Ein Ebook zu schreiben, zu gestalten und zu vermarkten macht Spaß – mir zumindest. Von daher würde ich ein solches Projekt bei Gelegenheit sicher wieder einmal mit Freude angehen!

ebook-geschäftsmodelle

(Visited 1.584 times, 1 visits today)

Du willst mit 1.000 Euro ein unabhängiges Business aufbauen?

Dann hole Dir mein kostenloses Ebook „Das 1.000-Euro-Startup“!

Über 8.000 Leser haben das Ebook bereits runtergeladen.

  • Sichere Dir hier auch weitere Praxis-Tipps mit meinem Newsletter.
  • Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Ich möchte künftige Blog-Updates erhalten und stimme der Datenschutzerklärung zu.

Keine Lust auf die Anmeldung zum Newsletter? Dann kannst Du das Ebook hier auch direkt runterladen.

5 Kommentare

  • on 21. Juli 2016 Antworten

    Schöner Artikel. Ich stehe selbst vor meinem ersten E-Book und habe mich genau die Dinge gefragt, die hier beantwortet werden. Nur: Wenn man sein Solopreneur-Business erst startet, hat man noch nicht viele Abonnenten (wie du im Fazit schreibst). Also doch Amazon… Und zum Layout: Gibt es eine Alternative zu Google Docs, wenn man auch Grafiken einbauen will und sich nicht gleich Indesign reinziehen will?
    LG Stefan von storytella

    • Autor
      on 21. Juli 2016 Antworten

      Danke für Dein Feedback!
      Tja, die richtige Software, das ist nicht ganz so leicht. Ich denke, Scrivener ist eine gute Alternative, wobei dort sicher ein wenig Einarbeitungszeit nötig ist. Ansonsten kämen abseits der Profi-Layout-Programme sicher noch Word oder OpenOffice in Frage. Die beiden bieten auf jeden Fall mehr Flexibilität in der Gestaltung als Google Docs.

    • on 22. Juli 2016 Antworten

      Lieber Stefan.

      Es gibt Alternativen zu Indesign.
      Als Apple-Nutzer würde ich immer auf das hauseigene Pages setzen, mit dem man sehr schöne Texte erschaffen kann (auch Grafiken lassen sich einfach einfügen und anordnen).
      Außerdem gibt es mit Lucidpress eine Cloud-Variante, die Adobes Indesign sehr ähnlich ist – aber leicht zu bedienen und im Abomodell sehr kostengünstig.

      Viele Grüße
      Stefan

  • on 2. August 2016 Antworten

    Schön geschrieben mit einigen Paralellen 😉 Habe ebenfalls nun mein erstes ebook fertig gestellt und das zu einer ähnlichen Thematik wie du. Hat allerdings auch gesammelt über 3 Jahre gedauert. Hinsichtlich Vermarktung wäre ein weiterer Artikel echt toll 😉 Grüße David

  • on 3. Oktober 2016 Antworten

    Hallo Thorsten,
    auch ich habe vor kurzem ein eigenes E-Book erstellt. Hierbei wird sehr ersichtlich, wie facettenreich die einzelnen Schritte des Entstehungsprozesses sein können. Was mir sehr gut gefallen hat, ist, dass du die Leser befragt hast. Dadurch hat man gleichzeitig die Möglichkeit, an einzelnen Stellen anzusetzen und diese auszubessern. Danke für den Artikel!

    Viele Grüße, Jaser

Kommentiere diesen Artikel

Webdesign by UltraPress mit einem Theme von Themeforest*