Auf den ersten Blick scheint die Sache doch klar: Die einen gehen den Weg des Bootstrapping, indem sie ihr Produkt, ihre Plattform und alles weitere aus eigener Kraft nach und nach aufbauen. Die anderen besorgen sich externes Geld gegen Anteile, um damit ein schnelles Wachstum zu sichern. Zwei sich widersprechende Konzepte – eigentlich.

Diesen offensichtliche Widerspruch hat auch kürzlich excitingcommerce im ArtikelBootstrapping: Bringt es Gründen ohne Kapital heute noch? aufgegriffen.

Ausgangsfrage war hier, für welche Gründungskonzepte sich Bootstrapping überhaupt eignet. Das warf für mich wiederum die Frage auf, ob es nur eine Frage des Gründungskonzepts allein ist, oder man auch die Entwicklungsphase ins Kalkül ziehen sollte, in der man sich als Startup gerade befindet.

Gleichzeitig passen die Konzepte in der Tat kaum zusammen. Wer sein Wachstum und seine Ziele durch Bootstrapping erreicht, ist währenddessen auf Fremdkapital nicht angewiesen. Genauso muss sich das extern finanzierte Startup nicht über Auftragsgeschäft oder anderes von Meilenstein zu Meilenstein hangeln, denn Geld für Mitarbeiter, Technik und alles andere ist erstmal da.

Per Bootstrapping zum Proof of concept, dann Fremdfinanzierung

Ein Verknüpfen der beiden Ansätze bringt von daher wohl mehr, wenn man es zeitlich abgestuft angeht. So lässt sich von den Vorteilen beider Ansätze profitieren.

Der Vorteil beim Bootstrapping, liegt zunächst ja einmal darin, dass man unabhängig bleibt, und seine Unternehmsanteile für sich behält. Im Idealfall schafft es ein Startup so, das eigene Produkt in den Markt zu bringen und profitabel zu werden. Alles schön erstmal.

Jetzt kann es aber naheliegend sein, das Ganze zu internationalisieren oder hinsichtlich Technik und Marketing auf eine komplett neue Stufe zu heben. Wer das immer noch aus laufenden Umsätzen stemmt, kann froh sein. Doch vielfach wird hier eine externe Finanzspritze effektiver sein.

Im Gegensatz zur Fremdfinanzierung von Anfang an, hat man jetzt aber ein Pfund gegenüber Investoren in der Hand, das die eigene Position hinsichtlich der Anteilsverteilung deutlich verbessern dürfte. Nämlich den Proof of Concept – den Beweis, dass das Geschäftsmodell funktioniert. Und nicht nur das. Mit den Markt-Erfahrungen aus der Bootstrapping-Zeit ist das ganze Modell in dem Moment auch wesentlich berechenbarer, was die Zukunkftsprognosen angeht.

Fazit

Die Chancen auf eine faire Finanzierung mit objektiveren Maßstäben steigen logischerweise, je erfolgreicher man zu Beginn mit dem Bootstrapping-Ansatz agiert. Für Wanchstumsschübe in komplett neue Dimensionen kann Geld von extern dann sinnvoll sein, sofern sich das Geschäftsmodell für einen internationalen oder andersartigen Vorstoß in neue Dimensionen eignet.

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