Geschäftsmodelle gibt es Tausende, doch welche ganz grundsätzlichen Konzepte stehen dahinter?

Heute will ich mal fünf solcher Basiskonzepte in aller Kürze zusammenstellen, die alles andere sind als Anleitungen zum klassischen Businessplan.

Die Konzepte gehen absolut unterschiedlich ins Detail. Drei davon basieren auf kompletten Büchern, die die Ansätze zur Gründung in aller Tiefe beleuchten. Zwei weitere setzen eher auf kurze Todo-Listen zum schnellen Starten neuer Unternehmen oder Produkte.

Lean Startup

  • Iterativer Innovationsprozess, bei dem es in erster Linie darum geht, Geschäftsmodelle und Launches von Produkten so schnell wie möglich auf die Beine zu stellen.
  • Dabei sollen Unternehmen so wenig Ressourcen wie möglich einzusetzen haben.
  • Vorreiter des Konzepts ist Eric Ries mit seinem Buch „The Lean Startup„.
  • In diesem Post erklärt Gregor Gross vom Blog Denkpass das Konzept im Interview.

Business Model Canvas

  • Basiert auf dem Buch „Business Model Generation“ von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur.
  • Nicht nur als Gründungskonzept, sondern auch zur Analyse bestehender Geschäftsmodelle.
  • Visualisiert folgende Komponenten des Geschäftsmodells:
    • Partner
    • Aktivitäten
    • Ressourcen
    • Werte- und Nutzenversprechen
    • Kundenbeziehungen
    • Kommunikations- und Vertriebskanäle
    • Kundensegmente
    • Kostenstruktur
    • Einnahmenquellen
  • Norbert Weider bietet im Magazin seiner Ragazzi Group einen detaillierten Überblick zu dem Konzept.

Gründen aus Komponenten

  • Es geht um das konsequente Zusammensetzen eines Unternehmens aus bestehenden Komponenten, also aus Tools, Services und Outsourcing-Partnern.
  • Das Startup kauft externe Leistungen unterschiedlichster Art ein, die in konventionellen Unternehmen zum festen Bestand gehören. Angefangen von Sekretariatsdiensten über Zahlungsdienstleister bis hin zum Outsourcing der kompletten Warenproduktion – die Gründer setzen auf spezialisierte Partner und konzentrieren sich auf ihre eigenen Stärken.
  • Die Herausforderung für die Gründer liegt vor allem im Arrangieren des richtigen Zusammenspiels der Komponenten.
  • Dem Konzept liegt ebenso ein Buch zugrunde: „Kopf schlägt Kapital“ von Günter Faltin. Absolute Leseempfehlung!

Rooting Framework vom Ideacamp

  • Gründen binnen weniger Tage in vier grundlegenden Schritten:
    • Idee: Entwickle ein werthaltiges Geschäftsmodell, das skalierbar ist. Ausgangspunkt ist ein Bedürfnis oder Problem. Dazu gilt es Lösungsansätze mit Kundenmehrwert und natürlich einem Monetarisierungskonzept zu schaffen.
    • Mini-Zyklus: Geschäftsmodell auf die kleinste Parzelle reduzieren, also auf den absoluten Kern. Konkret heißt das zu überlegen, welcher einfache Prozess ablaufen muss, um überhaupt ein Mal damit eine Marge zu verdienen.
    • Kritische Komponenten und Skalierung: Welche Komponenten sind für den Kernprozess unbedingt nötig? Wie schaffe ich es, diesen Kernprozess beliebig oft parallel ablaufen zu lassen?
    • First Critical Steps: Handeln! Konkreten Aktionsplan machen und umsetzen. Verantwortlichkeiten im Team festlegen. Erste Erfolgserlebnisse anstreben, um die erste Motivation und Euphorie nicht verpuffen zu lassen.
  • Bastian Kröhnert vom Ideacamp erklärt den Ansatz hier im Einzelnen.

Noah Kagan

Noah Kagan

  • Ebenso auf vier Schritte zum Starten setzt Noah Kagan mit seinem Ansatz, den er im Blog von Tim Ferriss zeigt:
    • Eine (profitable) Idee finden. Brainstorming mit Amazon-Topsellern, Ebay-Auktionen und Problemen des täglichen Lebens als Inspirationsquellen.
    • Einen Millionen-Dollar-Markt finden. Per Google Trends, Google Insights und Facebook Ads analysieren,wo es genug potenzielle Kunden für die Idee gibt.
    • Den Kundenwert einschätzen. Wieviel gibt ein Durchschnittskunde jährlich für ein Thema, z.B. sein Hobby aus?
    • Die Idee testen. Erstmal mindestens 10 mögliche Kunden befragen, oder gleich Testkäufe auf kleinen  Landingpages initiieren.
  • Fällt das Produkt in den Tests durch, muss ein anderes oder deutlich besseres her. Stößt es auf Anklang, geht´s mit der eigentlichen Aufbauarbeit los.
  • Kagans Konzept habe ich im Blogpost „Wie man bei Tim Ferriss ein Millionen-Unternehmen am Wochenende hochzieht“ etwas genauer dargestellt.

 

To be continued …

 

Bildquellen: Amazon, Ideacamp, Flickr/Laughing Squid

 

2 Kommentare
  1. Jascha Brinkmann
    Jascha Brinkmann sagte:

    Ich finde vor allem Noah Kagans Ansatz sehr interessant. Er predigt ja das man sich zunächst konkrete Probleme anguckt, anschließend guckt ob es einen Markt gibt und das wichtigste von allem: Bevor man Ressourcen und Geld vergeudet testet ob das Produkt funktioniert. In seinem Blog auf AppSumo stellt er das teilweise sehr beeindruckend unter Beweis. Wenn ein Produkt nicht im eigenen Netzwerk funktioniert bzw. man es schon kaum schafft die ersten 5 Kunden zu finden dann wird es später auch nicht einfacher.

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