Die 1.000-Euro-Startup-FAQ

Von Kategorie Bootstrapping & Mindset mit 3 Kommentaren

Der Bootstrapping-Ansatz des 1.000-Euro-Startups aus meinem Ebook birgt, wie ich immer wieder feststelle, einen ganzen Haufen an Fragezeichen, die sich stellen, sobald jemand das Konzept in die Tat umsetzen will. 

Klar, wie bei modellartigen Ansätzen üblich, liest sich vieles auf den ersten Blick ganz schlüssig, doch will man sein eigenes Projekt endlich realisieren, mag die Welt erstmal etwas anders erscheinen. 

Grund genug, einmal ein paar zentrale Fragen zum 1.000-Startup zu klären, mit Vorurteilen aufzuräumen und falsche Vorstellungen gerade zu rücken! 

Voilà…

Bootstrapping-1000-Euro-Startup-FAQ

 

Nur 1.000 Euro investieren, und dann mit wenig Arbeit schnell Geld machen – GEIL, GEIL, GEIL, aber wo ist Haken?

Der Haken ist vor allem der, dass aus dem Satz die Worte „wenig“ und „schnell“ zu streichen sind. Natürlich musst Du Dich voll reinhängen in Dein Projekt, um in den Markt zu kommen und ein nachhaltiges Business aufzubauen.

Und richte Dich nicht auf einen Spaziergang ein, sondern darauf, dass Du Deine schöne Komfortzone zügig verlassen musst.

Der Lohn des Ganzen heißt Unabhängigkeit. Aber wenn Du für Deine Sache brennst, ist diese Form von Arbeit nicht vergleichbar mit einem Job im Hamsterrad. Stattdessen arbeitest Du für „Dein Ding“, siehst schnell die Ergebnisse Deines Tuns, und weißt, wofür Du es tust. Das bringt Motivation!

Und von wegen „schnell und easy-peasy reich werden“ quatschen nur Vollidioten und Scharlatane.

Für welche Arten von Business eignet sich der 1.000-Euro-Ansatz am besten?

Grundsätzlich ist der Ansatz vor allem auf Solopreneure und kleine Teams zugeschnitten.

Dabei muss es nicht das neue Google oder Facebook sein, das Du auf dem Markt bringen willst. Das könnte sogar hinderlich sein, denn auf komplett neuen Märkten ist anfangs eher weniger zu verdienen, und das 1.000-Euro-Startup ist auf frühe Erlöse angewiesen.

Es gibt jedoch genug interessante Märkte, auf denen man bereits mit kleinen Innovationen oder Differenzierungen eine Menge erreichen kann. Wichtig ist vor allem, die eigene Position im Markt zu finden, um sich dort erkennbar zu etablieren.

Wie sollen denn 1.000 Euro ausreichen, wenn schon die Einrichtung und Miete eines vernünftigen Büros einen Großteil des Geldes verschlingen?

Vermeide solche Investitionen zum Start. Arbeite mit dem, was Du hast, und verfahre nach dem Prinzip Mieten statt Kaufen.

Arbeite im Homeoffice oder in Coworkingspaces, wo Du Dir Büroplätze spontan mieten kannst.

Kaufe keine teure Software, sondern setze auf kostenlose und mietbare Online-Tools.

Setze nicht auf Perfektionismus, sondern fokussiere Dich darauf, überhaupt in den Markt zu kommen. Optimieren kannst Du später immer noch, wenn Du genauer weißt, worauf es in allen Bereichen Deines Geschäfts ankommt.

Marketing kostet doch auch Geld. Wie soll ich denn mit weniger als 1.000 Euro genug zahlende Kunden gewinnen?

Großangelegte TV-Kampagnen wirst Du in der Tat erstmal nicht stemmen können. Unter dem Stichwort Low-Budget-Marketing gibt es aber eine ganze Reihe von Aktionen, die Du sofort starten kannst:

  • Richte einen Blog auf Deiner Website ein, und gewinne damit die allerersten Interessenten für Dein Produkt, indem Du nützliche Inhalte publizierst.
  • Sei aktiv auf Twitter, Facebook, Google+ und Co., um mit Deiner Zielgruppe und potenziellen Partnern in Kontakt zu kommen.
  • Verfasse einen Pressetext, und kontaktiere geeignete Magazine, Zeitungen etc.
  • Schreibe Gastartikel für Blogs aus Deinem Themenbereich.
  • Nutze einfache Briefsendungen oder ähnliches als Direktmarketing.
  • Schalte (budgetiert) Adwords bei Google.
  • Versuche weitere mögliche Marketingkanäle ausfindig zu machen, und teste, teste, teste.

Wenn Du am Ende davon auch nur einen oder zwei funktionierende Kanäle identifizierst, erscheint das vielleicht erstmal als wenig, ist aber in Wirklichkeit Gold wert. Denn diese Kanäle sind die Basis, die Lebensader für einen kontinuierlich fließenden Strom an neuen Kunden.

Warum eigentlich ausgerechnet 1.000 Euro, und nicht beispielsweise 100 $, wie Chris Guillebeau in seinem Buch propagiert?

Sicher lässt sich ein Business auch mit einem Budget von unter 100 Euro starten. Eine einfache Website ist schnell aufgesetzt, und los geht’s.

So ganz minimalistisch kann das Ganze in meinen Augen jedoch auch schnell ein wenig halbherzig werden. Wenn ich noch nicht mal bereit bin ein paar Hunderter in mein Vorhaben zu stecken, von dem ich in den nächsten Jahren im Idealfall meinen Lebensunterhalt bestreiten will, dann muss ich mich, glaube ich, fragen, ob ich es überhaupt ernst meine.

Also: Geschmackssache.

Wie soll ich eigentlich mein eigenes Gehalt zahlen, wenn nicht sofort ausreichend Umsätze fließen?

Ganz klar sei hier gesagt: Das 1.000-Euro-Startup-Konzept ist nicht darauf ausgelegt, dass Du von Anfang an versorgt bist. In der Startphase sind andere Einkommensquellen nötig.

Ideal ist es zum Beispiel, wenn Du Dein Business erstmal nebenberuflich startest, um dann, wenn es funktioniert, komplett aus dem Job-Hamsterrad in die Unabhängigkeit zu wechseln. Oder Du hast bereits ein laufendes Business und baust Dir daneben weitere Standbeine auf.

Andere Möglichkeiten sind Freelancerjobs oder anderweitige Projektarbeit die man neben dem neuen Business macht, oder auch temporäre Unterstützung vom Staat.

Wofür sollen die 1.000 Euro denn jetzt konkret ausgegeben werden?

Mit 1.000 Euro kannst Du in erster Linie die erforderliche Infrastruktur Deines Unternehmens und den Start des Marketings finanzieren.

Das heißt, Du kannst Dir beispielsweise…

  • eine WordPress-Website bauen (lassen),
  • ein Logo machen lassen,
  • Mietbeiträge für Online-Tools und Coworkingspace bezahlen und natürlich
  • ein paar Euronen in das Testen verschiedener Markering-Kanäle stecken, siehe oben.

Wenn ich meine Idee im Markt getestet habe, würde ich das Ganze eigentlich schon gern sehr schnell in größere Dimensionen führen. Und das wird ohne externe Investitionen definitiv nicht gehen.

Kannst Du ja auch machen.

Bist Du erstmal einigermaßen erfolgreich im Markt angekommen, wird Deine Verhandlungsposition gegenüber Investoren auch deutlich besser sein, so dass Du weit weniger an Unabhängigkeit aufgeben musst.

Also warum nicht?!

Okay, ich gebe kein unnötiges Geld aus. Ich bin mir aber sicher, dass ich ohne fünfstellige Investitionen nicht in meinen Zielmarkt komme, weil sich zwei Wettbewerber bereits eine Marketingschlacht liefern.

Der Bootstrapping-Ansatz „1.000-Euro-Startup“ stellt keinen Anspruch auf universelle Anwendbarkeit in allen Geschäftsmodellen und Branchen. Wenn Du keinen anderen Ansatz findest, in den Markt einzusteigen, ist das es möglicherweise nicht das richtige Modell für Dich.

Wer zum Beispiel mit technologischen Patenten zu tun hat, oder wer auf einen Verdrängungswettbewerb wie aktuell bei den Essens-Lieferdiensten setzt, sollte sich eher nach einem potenten Kapitalgeber umschauen oder zumindest Crowd-Investing ausprobieren – oder vielleicht einfach nochmal die Geschäftsidee als solche hinterfragen..

Weitere Fragen? Gern in den Kommentaren!

Info: „Das 1.000-Euro-Startup“ ist Titel meines Ebooks, das Du Dir hier kostenlos besorgen kannst.

Bildquelle: Shutterstock

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3 Kommentare

  • on 22. Januar 2014 Antworten

    Eine der wichtigsten Fragen: „wer sind meine zukünftigen Kunden“ Daran schließen sich folgende Fragen an. Was machen meine Kunden genau, wie komme ich an sie ran, was ist denen wichtig und was kann ich ihnen bieten?
    Ein Tipp der nicht viel kostet: zum potentiellen Kunden hingehen, ihm auf den Kopf zu sagen: „Sie lieber Herr Kunde möchte ich gern als Kunden gewinnen und das ist Ihr Vorteil … dabei“. 10 solche Aktionen = 3 mal Erfolg und 2 spätere Erfolge, wenn man den Kontakt hält.

    • Autor
      on 23. Januar 2014 Antworten

      Danke für den Tipp! Das klingt ja nach traumhaften Conversionrates 😉

      • on 23. Januar 2014 Antworten

        Ich halte nichts von Vertrieblern, die rumeiern und ihre potentiellen Kunden in lange Verkaufsgespräche führen und so tun, als würden sie vom Roten Kreuz bezahlt.
        Wenn sich bei mir eine Werbefirma ankündigt, die für ein Solo-Unternehmen einen Image Film drehen will, und dann sagt; „Wir kommen erst mal vorbei, machen ein paar Aufnahmen und irgendwann sprechen wir über Preise…“ Dann habe ich ein sehr ungutes Gefühl.

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