4 Bootstrapping-Geschäftsmodelle zum Durchstarten ohne externe Kohle

Von Kategorie Bootstrapping & Mindset, Entrepreneurship mit 2 Kommentaren

4 Bootstrapping-GeschäftsmodelleDie Idee des Bootstrapping, also des Gründens von Startups ohne externes Kapital, ist an sich eine tolle Sache – ganz einfach deshalb, weil du sofort loslegen kannst, ohne einen monatelangen Marathon der Kapitalakquise zu laufen.

Das Problem ist, dass Bootstrapping als Strategie zum Unternehmensaufbau nicht für jedes Geschäftsmodell tauglich ist. Denn viele Geschäftsmodelle lassen sich einfach ohne einen Haufen Startkapital nicht umsetzen.

Bei welcher Art von Geschäftsmodell ist also Bootstrapping überhaupt möglich?

Dieser Frage will ich hier einmal nachgehen und dabei vier verschiedene Geschäftsmodelle aufzeigen, die aus meiner Sicht sehr gut zum Bootstrapping in Frage kommen.

Geschäftsfeld und Geschäftsmodell

Noch eines vorweg:

Im Blog Bootstrapping.me hat Fabian Westerheide kürzlich ein paar Geschäftsfelder aufgezeigt, die aus seiner Sicht ideal sind, um Venture-Capital-Firmen oder andere Investoren zu überzeugen, also um im Prinzip genau das Gegenteil von Bootstrapping zu unternehmen. Ganz vorn sieht er dabei die Themen Bildung, Finanzen und Gesundheit als Online-Geschäftsmodelle und grundsätzlich den Bereich Mobile.

Dieser Ansatz hat mich dann auch inspiriert, einmal zu schauen, was sich konkret zum Bootstrapping anbietet. Dabei habe ich den Fokus allerdings nicht in erster Linie auf bestimmte Märkte gerichtet, sondern auf die ganz grundsätzliche Art einer Unternehmensstruktur, also des Geschäftsmodells.

Wenn ich also als Gründer sofort loslegen will und erstmal unabhängig per Bootstrapping starte, sollte das Geschäftsfeld beziehungsweise der Markt zwar ebenso gut gewählt sein, doch mindestens genauso wichtig ist das Geschäftsmodell in Bezug auf die Art des Produkts und die Struktur des Startups. Denn daran entscheidet sich, ob Bootstrapping überhaupt möglich ist.

Bootstrapping mit Agentur- und Projektgeschäft

Das Modell des Agentur- beziehungsweise Projektgeschäfts basiert darauf, etwas anzubieten, das man selbst leistet oder wiederum andere Auftragnehmer nach dem Kauf oder Auftrag ausliefern.

Einfaches Beispiel Webdesign-Agentur:

  • Kunde beauftragt Design einer Website.
  • Website wird speziell für den Kunden erstellt.
  • Kunde bezahlt.

Das Modell ist in keiner Weise innovativ, hat aber eben den Vorteil, dass sofort der Rubel rollt, ohne vorher eine wahnsinnige Infrastruktur oder ähnliches vorfinanzieren zu müssen.

Es stößt nur sehr schnell an seine Grenzen, wenn du alles selbst machen willst. Um das Modell skalierbar zu machen, sehe ich zwei wesentliche Punkte:

  • Möglichst mit Partnern zusammenarbeiten beziehungsweise Leistungserstellung (teilweise) outsourcen.
  • Leistungspakete und Auftragsprozesse standardisieren.

Bootstrapping mit Software as a service (SAAS)

Eine der angenehmen Seiten von erfolgreichen SAAS-Modellen ist ein relativ stabiler Erlösstrom. Denn ist ein Kunde erstmal gewonnen, bleibt er in der Regel für Monate oder Jahre bei der Stange und sorgt damit für regelmäßige und kalkulierbare Einnahmen.

Die Herausforderung ist allerdings der erste Entwicklungsschritt beim Aufbau der Software, denn es kann ja erst Geld fließen, wenn du einen brauchbaren Service anbieten kannst. Von daher sind solche SAAS-Modelle per Bootstrapping sicher mit am schwierigsten umzusetzen, jedoch zeigt sich immer wieder, dass es doch funktionieren kann.

In Deutschland kann man dazu beispielweise das Zeiterfassungstool mite zählen oder den CRM-Anbieter CentralStationCRM.

Worauf kommt es bei dieser Art des Bootstrapping also an?

  • Mit begrenztem Funktionsumfang beginnen, schnell erste Kunden finden, und nach deren Bedürfnissen weiterentwickeln
  • Bestimmte Funktionen in der Anfangsphase improvisieren, und wenn sie von den Usern angenommen werden, konventionell programmieren.

Bootstrapping mit Arbitrage-Handel

Ähnlich wie beim Agenturmodell steht beim Arbitrage-Handel zunächst der Verkauf, und dann der Einkauf. Dabei muss es gar nicht zwingend um physische Güter gehen, genauso kannst du Dienstleistungen verkaufen, die du an anderer Stelle zu günstigen Konditionen selbst beauftragst.

Mit Arbitrage ist ganz einfach der Ausgleich von Preisunterschieden gemeint. Erzielen lassen sich diese in meinen Augen durch ein Bündel folgender Punkte:

  • Marktkenntnis: Beziehungen zu Großhändlern oder Auslandskontakte
  • Gutes Produktdesign und gute Verpackung
  • Marketing: Die Kunst einen besseren Weg zum Endkunden zu finden als der ursprüngliche Hersteller

Bootstrapping mit Beratung

Wer Beratungsdienstleistungen anbietet, braucht normalerweise keine großartige Infrastruktur. Eine gut gemachte WordPress-Seite dürfte erstmal ausreichen. Schwieriger wird es sicherlich, die ersten Kunden zu akquirieren, aber darauf liegt ja beim Bootstrapping in der Anfangsphase ohnehin der Schwerpunkt.

Chris Guillebeau hat dazu kürzlich in seinem Buch “100-$-Startup” das Modell des “Instant Consultant” vorgestellt, eine Art Bauplan für die eigene Consulting-Firma.

Problematisch kann beim Thema Consulting sicher die Skalierung werden, denn eine echte Expertise lässt sich nicht so leicht outsourcen.

Was sind die weiteren Engpässe?

  • Aufbau von qualifizierter Expertise und entsprechender Reputation
  • Leistungspakete und Auftragsprozesse standardisieren

Fazit

Diese Liste der vier Arten von Bootstrapping-Geschäftsmodellen hat bei weitem keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es sind Wege, die sich noch in verschiedene Richtungen ausdifferenzieren lassen, die aber durchaus ohne externe Kohle machbar sind.

Welche Arten von Geschäftsmodellen zum Bootstrapping fallen dir noch ein?

Bildquelle Beitragsbild: Amanda Sandlin

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2 Kommentare

  • on 17. Mai 2013 Antworten

    Interessante Ansätze … Zur Ergänzung… Das 100-Dollar-Startup Buch von Chris Guillebeau gibt es jetzt auch auf Deutsch. Darin wird nicht nur das „Consultingmodell“ angerissen, sondern auch weitere Bootstrapping-Geschäftsmodellen.

    Habe mit ihm vor ein paar Tagen zum Thema Travel Hacks selbst ein Interview geführt. Smarter Typ, der nicht nur mit Büchern Geld verdient 😉

    http://www.businesslifehack.de/travel-hacking-mit-chris-guillebeau/

  • on 9. September 2016 Antworten

    Gute Hinweise und eine starke Anregung, sich einmal intensiv mit dem Thema zu beschäftigen.

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